UNESCO-Weltkulturerbe : Haithabu und Danewerk für die Eintragung auf die Welterbeliste empfohlen

Häuser im Wikingerdorf Haithabu. /Archiv
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Häuser im Wikingerdorf Haithabu. /Archiv

Nach mehreren Rückschlägen ist Schleswig-Holstein wieder auf dem Weg zum dritten Welterbe.

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15. Mai 2018, 12:15 Uhr

Kiel | Schleswig-Holstein könnte nach dem Votum des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) in Kürze mit einem dritten Welterbe werben. ICOMOS empfiehlt dem UNESCO-Welterbekomitee die Eintragung von Haithabu und dem Danewerk auf die Welterbeliste. Die geschichtsträchtigen Stätten würden sich dann neben dem Nationalpark Wattenmeer und der Hansestadt Lübeck einreihen.

Der bedeutende Seehandelsplatz Haithabu aus der Wikingerzeit und das Grenzbauwerk Danewerk liegen an einer historischen Engstelle zwischen dem Ostseearm Schlei und den Niederungen der Nordsee bei Schleswig im Norden Schleswig-Holsteins. Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert lagen die Stätten im Zentrum der Handelsnetze zwischen Nord- und Westeuropa und bildeten den Kern der Grenze zwischen dem dänischen Königreich und dem fränkischen Reich.

Die Entscheidung soll das Komitee auf seiner diesjährigen Sitzung in Bahrain vom 24. Juni bis 3. Juli treffen. „Diese Nachricht begeistert die Landesregierung ebenso wie unser Archäologisches Landesamt, das seit vierzehn Jahren an der Anerkennung arbeitet. Wir gratulieren zu dieser ungemein wichtigen Etappe auf dem Weg zum Weltkulturerbe, die unser kulturelles Erbe rund um den wikingerzeitlichen Handelsknotenpunkt Haithabu und die Wallanlagen des Danewerk jetzt bereits weltweit würdigt“, sagte am Dienstag Kulturministerin Karin Prien in Kiel.

Die Waldemarsmauer – ein wichtiger Teil des Flächendenkmals Danewerk.
Foto: harding
Die Waldemarsmauer – ein wichtiger Teil des Flächendenkmals Danewerk.

Ein Antrag jagte den nächsten

Der Welterbeantrag für Haithabu und das Danewerk wurde seit einem Landtagsbeschluss 2004 vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein unter seinem langjährigen Leiter Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim vorbereitet. Ein internationaler Antrag zusammen mit Island, Dänemark, Lettland und Norwegen unter dem Thema „Wikingerzeitliche Stätten in Nordeuropa“ wurde 2015 vom Welterbekomitee zur weiteren Überarbeitung an die Antragsteller zurückverwiesen. Danach wurde der gemeinschaftliche Antrag nicht weiter verfolgt.

Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein.
Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein.
 

Stattdessen wurde das Archäologische Landesamt vom Land 2016 beauftragt, einen neuen Antrag zu erarbeiten. In diesem werden Haithabu und das Danewerk als einzigartiger wikingerzeitlicher Handelsknotenpunkt und Grenzbauwerk herausgestellt. Dieser Antrag wurde im Januar 2017 bei dem UNESCO Welterbezentrum eingereicht und in der Folge von ICOMOS geprüft.

Die Experten des Rates schlagen nun vor, den Denkmalkomplex, der sich über 33 km erstreckt, als „The Archaeological Border Complex of Hedeby and the Danevirke“ in die Liste des UNESCO-Welterbe aufzunehmen.

Haithabu und das Grenzbauwerk Danewerk sind aber nicht die einzigen Orte in Schleswig-Holstein, an denen die Wikinger ihre Spuren hinterließen. Vielleicht findet sich in den kommenden Jahren ja noch das ein oder andere Weltkulturerbe in SH.

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