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Vogelzug in SH : Gutes Wetter: Alle Vögel ... sind noch da

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nonnengänse, Austernfischer und viele andere: Angesichts der warmen Witterung verzichten bisher viele Küstenvögel auf den Zug nach Süden.

Wenn die Dämmerung hereinbricht über dem Husumer Porrenkoog, dem Marschgebiet westlich der nordfriesischen Kreisstadt, wird es am Himmel laut und lebendig: Hunderte von Nonnengänsen erheben sich in die Lüfte, kreisen oft mehrere Minuten lang lärmend über der Husumer Bucht und verschwinden dann plötzlich zu ihren Schlafplätzen.

Die Meergänse sind nur eines von etlichen Beispielen für Vögel, die derzeit wegen der wenig winterlichen Witterung auf den Weiterzug gen Süden verzichten. Auch anderswo im und am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wie etwa im Hauke-Haien-Koog sind noch zahlreiche Küstenvögel zu sehen – ein Dorado für Vogelbeobachter.

Nonnengänse, biologisch korrekter Weißwangengänse, gehören zu den Vogelarten, die nach Informationen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) mittlerweile nicht nur als Rast-, sondern auch als Brutvögel und eben als Überwinterungsgäste im Nationalpark Wattenmeer vorkommen.

Das hat mit den verschiedenen Populationen in den verschiedenen Regionen der Welt zu tun: „Während die Weißwangengänse aus Ostgrönland und Spitzbergen in Irland und Großbritannien überwintern, kommen die meisten Vögel im Wattenmeer aus Nordwestsibirien um die Barentssee und aus dem Ostseeraum.“

Als Brutvogel sind sie im Sommer vor allem in Nordfriesland zu sehen, wo den Nabu-Angaben zufolge inzwischen mehr als 200 Paare Nachwuchs großziehen, vor allem im Rickelsbüller und im Beltringharder Koog.

Nonnengans wird diese Art wegen der auffälligen, an das traditionelle Gewand katholischer Nonnen erinnernde Zeichnung ihres Gefieders genannt, mit weißem Gesicht und schwarzem Scheitel, Nacken und Hals. Weißwangengänse gehören zur Gattung der Meergänse (biologisch: Branta) und zählen mit einer Größe von 58 bis 69 Zentimetern und einem Gewicht von 1,5 bis 2 Kilogramm zu den mittelgroßen Vertretern.

Neben Nonnengänsen sind derzeit auch Austernfischer, Kiebitze, Möwen, Pfeifenten und andere in der Küstenregion anzutreffen. Und zu denen, die wegen der milden Witterung hierzulande überwintern, gesellen sich diejenigen, für deren Verhältnisse es auch in kälteren Wintern hierzulande geradezu kuschelig warm ist: Gefiederte Gäste aus Grönland, Sibirien und anderen Regionen am Polarkreis.

Dazu gehören unter anderem Blässgänse, Silberreiher und Raufußbussarde. Letztgenannte sind Verwandte des hierzulande bekannten Mäusebussards und Bewohner der baum- und straucharmen Tundren im hohen Norden. Sie überwintern in Südschweden, im Baltikum und eben auch in Deutschland, mit Schwerpunkt im Norden und Osten. Die ersten Wintergäste erscheinen hierzulande in der Regel bereits Mitte Oktober, je nach Witterung bleiben sie bis März oder in den April hinein.

Neben den Zugvögeln sind zwei junge Steinadler in Schleswig-Holstein unterwegs. Sie kommen aus Dänemark und erkunden ihre Umgebung.

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erstellt am 20.Dez.2015 | 17:10 Uhr

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