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Serie „Finanzwissen“ : Grundregeln beim Sparen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Um richtig zu sparen, bedarf es einer gewissen Planung: Dabei sollte man die Nutzungsdauer von Konsumgütern im Blick behalten.

Sparen heißt vorläufiger Konsumverzicht beziehungsweise das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung. Ein Kredit ist letztendlich auch ein Sparvertrag. Aber hier kaufen Sie zuerst das Gut und sparen später die erforderliche Summe an. Dann aber mit negativen Vorzeichen und zzgl. Zinsen.

Um richtig zu sparen, bedarf es einer gewissen Planung. Jedes angeschaffte Konsumgut und jede Investition hat eine erwartete oder geplante Lebensdauer. Danach muss dieses Gut entweder erneuert oder repariert werden. Bekleidung muss vielleicht jährlich, ein Fernseher alle fünf, ein Pkw nach zehn Jahren neu angeschafft werden. Ein Haus hat eine durchschnittliche Gesamtnutzungsdauer von 80 bis 100 Jahren. Je nach Nutzungsdauer und -art müssen also Rücklagen für Ersatzinvestitionen getätigt werden. Erfolgt diese nicht, so läuft man Gefahr, dafür später einen teuren Kredit aufnehmen zu müssen.

Tipp: Fertigen Sie sich eine Übersicht über alle bisherigen Anschaffungen, deren Anschaffungskosten und erwartete Nutzungsdauer in Jahren an. Zur Vereinfachung können Sie auch eine grobe Einteilung in Kleidung, Wohneinrichtung, Geräte, Haus etc. machen. Teilen Sie die Anschaffungskosten durch die Nutzungsdauer. Sie erhalten dann den Betrag, den Sie pro Jahr für den Ersatz bzw. Erneuerung/Instandsetzung ansparen müssten.

Wenn Sie nun noch Ihre persönlichen Ziele (Ausbildung der Kinder, Urlaub, Rente und so weiter) hinzufügen, erhalten Sie eine Übersicht, mit der Sie nun Ihre Sparziele definieren (Summe und Ansparzeit) und die dafür geeignete Sparform besser aussuchen können.

Man unterscheidet grundsätzlich die Geldanlagen nach Fristigkeiten (kurz-, mittel-, langfristig) und Risikogehalt. Je kurzfristiger eine Anlage, desto geringer darf das Risiko der Anlage sein. Der Einfachheit halber kann man sich die Sparregeln anhand einer Pyramide vorstellen. Die Spitze stellt das Giro- und Tagesgeldkonto dar. Je weiter man nach unten geht (je weiter das Sparziel entfernt ist), desto langfristiger und risikoreicher können die Anlagen sein. Der Boden stellt hier den Bereich der langfristigen Altersvorsorge dar. Unterteilen Sie also Ihre Pyramide in mehrere Stufen (Gefäße) mit den in Ihrer Übersicht ermittelten Laufzeiten und Summen.

Wichtig: Die obersten Gefäße (Liquidität und kurzfristige Anlagen) müssen immer gefüllt sein. Erst wenn diese Gefäße voll sind, dürfen die darunterliegenden wie bei einer Sektglaspyramide gefüllt (bespart) werden. Werden aus den obersten Gefäßen Gelder entnommen, müssen diese zuerst wieder aufgefüllt werden.

Daraus ergibt sich die wichtigste Anforderung an langfristige Sparverträge. Sie müssen unbedingt flexibel sein. Die Rendite einer jeden langfristigen Anlage sinkt dramatisch, wenn Sie die Sparbeiträge aus dem Dispo zahlen müssen, weil die Liquidität aufgebraucht ist. Eine ausreichende und nachhaltige Liquiditätsversorgung ist also die Voraussetzung für ein erfolgreiches Sparen.

> Nächsten Sonntag lesen Sie, was man beim Girokonto/Tagesgeld beachten sollte.

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erstellt am 03.Aug.2014 | 14:34 Uhr

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