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Influenza : Grippe-Epidemie legt Schleswig-Holstein flach

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

330 Influenza-Fälle wurden allein in der letzten Woche registriert. Ärzte warnen: Der Erreger ist besonders aggressiv.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 12:20 Uhr

Kiel | Die Grippe-Epidemie hat Schleswig-Holstein fest im Griff. Alleine in der vergangenen Woche hat es 330 neue Influenza-Fälle gegeben, sagte der Chef des Kieler Instituts für Infektionsmedizin, Helmut Fickenscher. Ein rasanter Anstieg, denn im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre wurden in der fünften Kalenderwoche nur 20 Fälle gemeldet. Nach wie vor ist der Kreis Pinneberg mit 85 Neuerkrankungen am stärksten betroffen, in Kiel es 60 Fälle und in Lübeck 52.

Die Influenza – nicht zu verwechseln mit einem grippalen Infekt – sei in diesen Jahr „deutlich früher im Norden angekommen und der Krankheitsverlauf schwerer als sonst“. Fickenscher spricht von einer „ausgeprägten Grippe-Epidemie“, von der alle Altersgruppen betroffen sind und die vier Wochen früher einsetzte als gewöhnlich.

Seit Dezember 2016 wurden 760 Fälle gemeldet – die tatsächliche Zahl sei jedoch mindestens zehnmal so hoch. „Die meisten Menschen bleiben zu Hause, ziehen die Decke über den Kopf und hoffen, dass sie von allein wieder gesund werden“. Allerdings sei mit dem Erregertyp Influenza  A H3N2, der in dieser Saison dominiere, nicht zu spaßen. „Selbst die Impfung schützt gegen diesen Subtyp nur teilweise“, so Fickenscher. „Trotzdem ist sie immer noch das Beste, was man zum Schutz machen kann.“ Zwar setzt der Impfschutz erst nach 14 Tagen ein, dennoch rät der Professor Risikogruppen noch zum Pieks.

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts warnt, die Krankheit zu unterschätzen. „Jeder, der sich krank fühlt und ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat, also ältere Menschen oder Personen mit chronischen Vorerkrankungen, sollte seinen Hausarzt konsultieren“, sagt Lothar Wieler. „Offiziell gemeldet sind bisher bundesweit 27.000 Grippefälle, darunter 85 Todesfälle, insbesondere bei älteren Menschen.“

Der Erreger zeichnet sich durch besondere Aggressivität aus. „Die Symptome setzen nach der Ansteckung sehr plötzlich ein, und Betroffene fühlten sich bis zu einer Woche vollkommen erschlagen“, erklärt Fickenscher. Um die Ansteckungsgefahr zu begrenzen, rät er allen, sich nicht noch an den Arbeitsplatz zu schleppen – zumal der Höhepunkt der Epidemie wohl noch nicht erreicht sei.

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