zur Navigation springen

Winter : Glätteunfall: Wie verhalten sich Autofahrer richtig?

vom

Seit Montagabend kracht und rumst es in Schleswig-Holstein. Überfrierende Nässe und Schnee machen Autofahrern zu schaffen. shz.de hat Tipps gesammelt, wie Sie sicher ans Ziel kommen.

Kiel | Es gibt ihn also doch noch, den Winter. Nach Schnee- und Eisregen sind viele Straßen in Schleswig-Holstein weiter spiegelglatt. Besonders betroffen waren bisher die östlichen Regionen Schleswig-Holsteins. In Lübeck wurden am Dienstagmorgen die Einsatzkäfte zum Teil im Minutentakt und zu Dutzenden Glätteunfälle gerufen, wie die Polizei mitteilte. Bereits am Montagabend waren in Niendorf (Kreis Ostholstein) bei einem schweren Verkehrsunfall auf eisglatter Fahrbahn zwei Menschen ums Leben gekommen und mehrere verletzt worden.

Worauf Autofahrer achten sollten, um solche Unfälle zu vermeiden:

Die richtige Ausstattung

Das Fahrzeug sollte unbedingt mit Winter- oder Ganzjahresreifen ausgestattet sein. Nicht vergessen, die Scheibenwaschanlage mit Frostschutzmittel oder Winterreiniger zu befüllen, warnt der ADAC.

Freie Sicht

Das ganze Auto, insbesondere aber Scheiben und Beleuchtung, ausreichend von Schnee und Eis befreien. Nur wer gute Sicht hat, kann auch situationsgerecht reagieren. Außerdem dürfen Hinterherfahrende nicht durch herabfliegenden Schnee oder Eis gefährdet werden.

Bremsen üben

Immer wieder eine kurze Bremsprobe auf freier Strecke machen, wenn keine Gefahr für andere besteht. Das vermittelt ein Gefühl für die Straßenlage und für den verlängerten Bremsweg auf glatter Fahrbahn. Sanftes Bremsen und ein behutsamer Umgang mit dem Gaspedal verhindern ein Ausbrechen und Rutschen des Wagens.

Tempo und Abstand

Angepasste Geschwindigkeit und genügend Abstand (mindestens halber Tacho) minimieren die Unfallgefahr.

Anfahren

Untertouriges Fahren erleichtert das Weiterkommen auf glatten Straßen, da die Reifen so besseren Grip haben. Deshalb bei Glätte besser im zweiten Gang anfahren.

 

Genug Zeit einplanen

Schnee und Glatteis führen immer wieder zu Verkehrsbehinderungen. Besonders im Berufsverkehr müssen längere Fahrzeiten einkalkuliert werden – Autofahrer sollten dementsprechend früher losfahren. Wer unter Zeitdruck und Stress steht, läuft eher Gefahr, Fehler zu machen.

 

Und was ist zu tun, wenn ein Unfall passiert ist?

Absichern hat Priorität

Absichern! Halten Sie an und schalten Sie die Warnblinkanlage ein. Schützen Sie sich selbst, indem Sie eine Warnweste anlegen. Anschließend sollte ein Warndreieck aufgestellt werden (Abstand: 50 bis 150 Schrittlängen). Gibt es Verletzte, rufen Sie unter 112 den Rettungsdienst oder die Polizei.

 

Polizei rufen

Ist der Schaden klein, muss nicht zwingend die Polizei gerufen werden. Bricht bei einem Unfall lediglich ein Blinkerglas oder ist eine Zierleiste verbogen, können die Unfallbeteiligten sich untereinander einigen, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Polizei zu holen sei meist nicht notwendig, wenn der Schaden nur wenige hundert Euro ausmacht. Bei solchen Bagatellschäden seien die Beamten zur Klärung der Schuldfrage fast nie nötig, da sich die Unfallgegner selten uneins seien. Bei Zweifeln, ob der Schaden nicht doch höher ausfällt, wird besser die Polizei gerufen. Sobald Menschen verletzt sind, sei der Notruf ohnehin Pflicht, so der GDV.

Notizen machen

„Der Schaden sollte möglichst schnell dem Versicherer gemeldet werden“, rät GDV-Sprecher Stephan Schweda. Dazu genüge ein von den Unfallbeteiligten angefertigtes Protokoll. Außerdem sollten Unfallbeteiligte laut dem GDV vor Ort die Personalien – auch etwaiger Zeugen – notieren, die Versicherungsdaten austauschen sowie Ort und Zeit des Unfalls und die Kennzeichen notieren. Fotos vom Unfallort zu machen ist ratsam, falls später doch noch Unstimmigkeiten auftreten.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 22.01.2014 | 06:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen