zur Navigation springen

Verdi Nord und dbb : Gewerkschaften rufen zu Warnstreik in Schleswig-Holstein und Hamburg auf

vom

Flensburg, Elmshorn, Lübeck, Hamburg: An diesen Orten in SH soll es am Mittwoch und Donnerstag Warnstreiks geben. Das könnte erst der Anfang sein.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 18:48 Uhr

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes gehen am Donnerstag die Warnstreiks und Proteste in Schleswig-Holstein und Hamburg weiter. In Flensburg erwarteten Gewerkschaftsvertreter rund 500 Beschäftige von Stadtverwaltung und Bundesbehörden zu einem Ausstand, sagte Christian Pagel, Landesgeschäftsführer des Beamtenbundes dbb.

Am 14. März haben in Potsdam die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen begonnen. Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb fordern für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab.

Auf einem Zug durch die Flensburger Innenstadt und einer Kundgebung mit dbb-Verhandlungsführer Willi Russ wollen die Beschäftigten unter anderem sechs Prozent mehr Lohn fordern. In Hamburg wollen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bis zu 300 Beschäftigte unter dem Motto „Wir fordern ein Angebot - keine Seifenblasen“ auf dem Jungfernstieg demonstrieren.

Die erste Tarifrunde zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern war gescheitert, am 11. April soll in Potsdam weiterverhandelt werden. In der nächsten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst lassen die Gewerkschaften die Muskeln spielen. Am Mittwoch hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die rund 700 Beschäftigten der Stadtverwaltung Lübeck aufgefordert, die Arbeit niederzulegen.

Am Donnerstag hat der Deutsche Beamtenbund dbb seine Beschäftigten von Bund und Kommune zu einem Streik und einer Demonstration durch die Flensburger Innenstadt auf.  Beginn soll um 11.30 Uhr sein. Die Abschlusskundgebung ist auf dem Südermarkt für 12.30 Uhr geplant.

Von 8 bis 9 Uhr ruft Verdi am Jungfernstieg in Hamburg zu einer Kundgebung auf. Es ist die Auftaktaktion zur aktuellen Tarifrunde im Öffentlichen Dienst in Hamburg. Unter dem Motto: „Wir fordern ein Angebot – keine Seifenblasen“  werden bis zu 300 Hamburger Beschäftigte aus städtischen Betriebe und des Bundes auf ihre Forderungen aufmerksam machen.

In der laufenden Tarifrunde ruft Verdi Nord auch die Telekom-Beschäftigten in Schleswig-Holstein und Hamburg zu Arbeitsniederlegungen auf. Am Donnerstag wird insbesondere der technische Service und die Technik der Deutschen Telekom in Schleswig-Holstein und Hamburg betroffen sein. Der Schwerpunkt des Warnstreiks ist Elmshorn (Heinrich-Hertz-Str. 18-32a). Hier beginnt um 9 Uhr ein Demonstrationszug zum Kranhaus (Schloßstr.8), wo gegen 10.30 Uhr eine Kundgebung stattfindet.

„Die Denkpause für die Telekom neigt sich, wie die Geduld der Beschäftigten, nun dem Ende. Wir erwarten zur entscheidenden letzten Verhandlungsrunde ein akzeptables und deutlich nachgebessertes Angebot, sonst wird es noch härterer Maßnahmen geben“, so Kirsten Jöhnck, Landesfachbereichsleiterin von Verdi Nord. Die Verhandlungen werden am 12./13. April 2016 in Bonn fortgesetzt. 

Was fordern Beschäftigte in anderen Branchen? Antworten liefert die Tabelle über die Tarifrunde 2016, nachzulesen auch auf der Website der Hans-Böckler-Stiftung.

Branche Gehaltsforderung
Bankgewerbe 4,9 Prozent
Bauhauptgewerbe 5,9 Prozent
Deutsche Telekom 5 Prozent
Druckindustrie 5 Prozent
Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie 5 Prozent
Hotel- und Gaststättengewerbe 100 Euro/Monat
Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent
Nahrung-Genuss-Gaststätten 4,5-5,5 Prozent
Öffentlicher Dienst, Bund und Gemeinden 6 Prozent
Süßwarenindustrie 6 Prozent
Volkswagen AG 5 Prozent

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen