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Michael Schulte : Gesang, Gitarre und Gefühl

vom

Beim Club-Konzert in Flensburg überzeugt Michael Schulte aus Dollerup.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 07:34 Uhr

Flensburg | Mehr Heimspiel geht nicht: Familie, Freunde und sogar die Friseuse sind da, als Michael Schulte in der Imagine Bar, im Wurmfortsatz des Deutschen Hauses in Flensburg, das Club-Konzert der Solo Acoustic Tour in seiner "Heimatstadt sozusagen" am Dienstagabend nachholt. Es ist Nummer 28, das vorletzte.

Das Gemurmel verstummt sofort, als Schulte "Heard you crying" zu singen anhebt. Es gehört Mut dazu, nur mit Gesang und Gitarre eine Bar voller Menschen gut unterhalten zu wollen. Zusätzlich bedient er sich reichlich Gefühls und Geschichten sowie zweier "Rauschenberger", die im wirklichen Leben Lars Ehrhardt und Daniel Rauschenberger heißen und in Hannover eine Band betreiben.

Mut, Selbstbewusstsein hatte der vor 23 Jahren in Dollerup Geborene nach eigener Rückschau früher nicht allzu viel. Doch seit der sympathische Rotschopf auch mit Starthilfe seines Mentors Rea Garvey bei der Show "The Voice" Dritter wurde, ist viel geschehen und sei er "viel, viel offener geworden". Auch diesen Prozess verarbeitet er in seinen Songs. "Take me as I am" ist ein solcher und "für die Leute, die nicht an mich geglaubt haben", scherzt Schulte, fragt keck: "Jemand da heute?"

Markante Stimmfarbe und wunderschöne Melodien haben ihn weit getragen. Er genießt seine Berufswahl. "Ich freue mich sehr, dass ich das gerade erleben darf", sagt er immer wieder. Michael Schulte erzählt, dass er ein Bengel war, der früher viel Blödsinn gemacht habe: Erde gegessen, zum Beispiel, und das Gerücht gehe, dass er deshalb so groß sei, weil die gut gedüngt war... Die Leute lachen herzlich. Nach "Grow old with me", einer äußerst persönlichen Hymne über den Verlust eines geliebten Menschen, bedankt er sich fürs Zuhören. Anständig, gewitzt, locker führt er seine Fans durchs Konzert, dirigiert ihre zahlreichen Background-Einsätze elegant. Bei "Carry me home", seinem Gründungsmythos, den er weiterhin gern singe, bittet er etwa: "Jetzt seid ihr dran - und jetzt nur die Friseuse." Nur einmal redet er sich um Kopf und Kragen, nachdem ihm rausgerutscht ist, dass er die Frau fürs Leben noch suche, "also nicht aktiv"... Zu spät, das Volk jubelt.

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