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JVA Lübeck : Geiselnahme-Prozess: Erste Zeugen befragt

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Vier Gefangene nahmen Weihnachten 2014 in der JVA Lübeck einen Justizvollzugsbeamten als Geisel. Ihr Fluchtversuch scheitert, der Vorfall schlägt hohe Wellen. Am Mittwoch begann der Prozess gegen die Geiselnehmer.

Lübeck | Mit der Befragung der ersten Zeugen ist am Mittwoch vor dem Lübecker Landgericht der Prozess um die Geiselnahme in der JVA Lübeck fortgesetzt worden. In dem Prozess müssen sich vier Männer verantworten, die am Heiligabend 2014 einen Justizvollzugsbeamten in ihre Gewalt gebracht haben sollen, um ihre Flucht aus dem Gefängnis zu erzwingen. Unter anderem soll der Beamte, dem bei dem Angriff eine Rippe gebrochen wurde, am zweiten Verhandlungstag zu dem Geschehen befragt werden. Der Prozess war vor einer Woche nach Verlesung der Anklage unterbrochen worden, weil einige Verteidiger wichtige Akten nicht rechtzeitig erhalten hatten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den heute zwischen 23 und 51 Jahre alten Männern  gemeinschaftliche Geiselnahme, gemeinschaftliche schwere Körperverletzung, Nötigung und versuchte Gefangenenmeuterei vor. Sie sollen einen Justizvollzugsbeamten am 24. Dezember 2014 mit einem vorgetäuschten epileptischen Anfall in ihre Zelle gelockt, ihn überwältigt und mit einem Messer bedroht haben, heißt es in der Anklageschrift. „Dadurch wollten sie ihr Opfer zwingen, ihnen zur Flucht aus dem Gefängnis zu verhelfen“, sagte Staatsanwalt Martin Peterlein. Der Fluchtplan scheiterte, die Geisel konnte sich mit Hilfe von Kollegen und eines unbeteiligten Gefangenen befreien. Die Gefangenen - ein Strafgefangener und drei Untersuchungshäftlinge - hatten mit Erlaubnis der Anstaltsleitung den Weihnachtsabend zu viert in einer Zelle verbringen dürfen.

Der Ausbruchversuch hat auch politisch hohe Wellen geschlagen. Die damalige Anstaltsleiterin musste ihren Posten räumen, weil sie Polizei und Staatsanwaltschaft erst einen Tag später über den Vorfall unterrichtet hatte. Die Ermittlungen wegen Verdachts der Strafvereitelung sind mittlerweile aber eingestellt. Auch Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) geriet unter Druck, weil sie sich zunächst schützend vor die Anstaltsleiterin gestellt hatte.

Einer der Männer saß nach Angaben der Lübecker Staatsanwaltschaft zur Tatzeit wegen seiner Beteiligung an einem Überfall auf ein Kieler Pfandhaus im Jahr 2014 in Lübeck in U-Haft. Gemeinsam mit elf weiteren mutmaßlichen Mitgliedern einer osteuropäischen Bande steht er deswegen derzeit in Schleswig vor Gericht.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 11:55 Uhr

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