Änderung der Landesbauordnung : Gegen Wohnungsmangel: Dachgeschosse sollen ausgebaut werden

Dachgeschoss

Um Dachgeschosse leichter ausbauen zu können, muss die Landesbauordnung verändert werden.

Durch den Ausbau sollen allein in Kiel 5000 bis 7000 neue Wohnungen entstehen.

shz.de von
17. Mai 2018, 13:43 Uhr

Kiel | Mit dem massiven Ausbau von Dachgeschossen will der Eigentümerverband Haus & Grund den Wohnungsmangel in Schleswig-Holstein vor allem in größeren Städten eindämmen. Auf diese Weise könnten nach Schätzungen des Landesverbandsvorsitzenden Alexander Blažek allein in Kiel relativ schnell 5000 bis 7000 neue Wohnungen entstehen. Für Hamburg habe eine Studie ein Potenzial von 75.000 Wohnungen ergeben, sagte Blažek am Donnerstag in Kiel.

Bundesweit könnten es 1,5 Millionen Wohnungen sein. Blažek schlug nach Hamburger Vorbild mehrere Änderungen an der Landesbauordnung vor, um das Vorhaben zu erleichtern. So sollte Holz als konstruktiver Werkstoff auch für Bauvorhaben mit einer Höhe von bis zu 22 Metern zugelassen werden. Holz habe bei Aufstockungen statische Vorteile, sagte Blažek.

Er regte zudem an, auf die Nachrüstung von Aufzügen zu verzichten, wenn zusätzlicher Wohnraum durch Änderung des Dachgeschosses oder durch Aufstockung zum Beispiel eines fünften Geschosses entsteht. Darüber hinaus sollte bei Schaffung neuen Wohnraums eine Stellplatzabgabe wegfallen. Diese Frage könne der Markt regeln. Berlin verzichte bereits seit 15 Jahren auf eine Stellplatzabgabe, und dies habe sich bewährt.

Blažek setzte sich auch dafür ein, den Dachgeschossausbau so zu fördern wie den Bau von Sozialwohnungen. Zudem sei die Förderung bisher zu kompliziert. „Das ganze Verfahren müsste vereinfacht werden“, sagte Blažek.

Das für den Wohnungsbau zuständige Innenministerium zeigte sich grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber den Anregungen von Haus & Grund. Die konkreten Vorschläge müssten aber noch geprüft werden, zum Beispiel im Hinblick auf den Einsatz von Holz, sagte ein Sprecher. Im Übrigen hätten die Jamaika-Partner CDU, Grüne und FDP bereits im Koalitionsvertrag vereinbart, flexiblere Regelungen zu Gebäudehöhe und Stellplatzabgabe zu treffen. So könnten Kommunen eigenverantwortlich über Stellplatzabgaben entscheiden.

Erste Gespräche von Haus & Grund mit der Regierung über die Vorschläge des Verbandes haben Blažek zufolge bisher noch nicht zu konkreten Ergebnissen geführt. Nach Verbandsangaben gibt es in Schleswig-Holstein fast 1,5 Millionen Wohnungen. Die 68.000 Mitglieder von Haus & Grund sind demnach Eigentümer von 321.000 Wohnungen.

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