Umfrage in Schleswig-Holstein : Gegen diese Probleme auf Spielplätzen kämpfen Kommunen an

<p>Unbeschwertes Spielen auf dem Spielplätz ist vielerorts nicht so einfach. Oft sorgen Vanalismus und Hundekot für Unannehmlichkeiten.</p>

Unbeschwertes Spielen auf dem Spielplätz ist vielerorts nicht so einfach. Oft sorgen Vanalismus und Hundekot für Unannehmlichkeiten.

Besonders bei schönem Wetter gehören Graffitis, Müll, Vandalismus und Hundekot zum Alltag auf Spielpätzen in SH.

shz.de von
02. Juni 2018, 09:45 Uhr

Flensburg/Heide | Schaukeln, Rutschen, Klettern: Die warmen Temperaturen locken viele Kinder auf die öffentlichen Spielplätze in den Städten Schleswig-Holsteins. Doch oftmals wird das Spielvergnügen durch Abfall, mutwillig zerstörte Spielgeräte und – trotz Hundeverbots – Kot gestört, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Städten ergab.

Spielplatzkontrolleure sehen vielerorts mindestens einmal wöchentlich auf allen Spielplätzen nach dem Rechten. Hinzu kommen detaillierte Begehungen etwa alle drei Monate und eine jährliche Hauptuntersuchung, wo auch Gelenke, Stützen und Pfähle freigelegt werden, um die Sicherheit zu überprüfen.

Flensburg

In der Fördestadt fährt ein Kontrolleur mit einem kleinen Elektroflitzer mit der Aufschrift „Spielplatzkontrolle“ die rund 80 Spielplätze der Stadt an, um die wöchentliche Sichtkontrolle zu machen. Verschmutzungen, aber auch mutwillige Zerstörungen von Spielgeräten kommen in Flensburg vor, wie ein Sprecher des Technischen Betriebszentrums TBZ sagte. Derzeit sind demnach auf einigen Spielplätzen vermehrt Abfallablagerungen zu beobachten, da diese am Abend von Jugendlichen aufgesucht werden.

Auf sämtlichen Flensburger Spielplätzen gilt ein Hundeverbot, spezielle Auslaufflächen gibt es etwa an den Stränden. Aber dennoch gibt es manchmal Ärger mit Kot auf Spielplätzen. „Das ist ein Problem“, sagte der Sprecher. Mitunter seien die Hinterlassenschaften zwar in Kotbeutel verpackt, würden aber dann in den Busch oder auf die Wiese geworfen. „Dies sorgt dafür, dass der Hundekot gar nicht mehr biologisch abgebaut werden kann.“

Lübeck

In der Hansestadt kommt es häufig vor, dass Spielgeräte zerstört oder beschmiert werden beziehungsweise Abfall liegen gelassen wird, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Je nach Nutzungsintensität und Lage der Spielanlagen sei dies jedoch unterschiedlich ausgeprägt. „An manchen Spielplätzen werden die Spielgeräte und Ausstattungsgegenstände regelmäßig beschädigt, bei den meisten Spielplätzen ist dies eher selten.“ Häufig seien auch Beschmierungen festzustellen, die jedoch die Funktion nicht beeinträchtigten. In der Hansestadt gibt es insgesamt 212 öffentliche Spielplätze, 58 Bolzplätze, 3 Bewegungsparcours und 2 (Natur-) Erlebnisspielräume. Hundeverbot herrscht auf allen Spielplätzen. Und auch wenn sich nicht alle Bürger an die Vorgaben hielten, gebe es kein besonderes Problem mit Hundekot.

Neumünster

Hier gibt es 75 städtische Spiel- und Bolzplätze, die wöchentlich kontrolliert werden. Dass Spielgeräte zerstört werden, kommt nach Angaben der Stadt eher selten vor. Manchmal würden etwa Schaukeln gestohlen oder Trampoline zerstört. Die häufigsten Probleme sind Glasscherben, Abfälle und Hundekot: „Es bestehen trotz Hundeverbots erhebliche Probleme insbesondere auf nicht eingezäunten Spielplatzflächen innerhalb größerer Grünanlagen“, sagte Heiner Feilke von der Abteilung Grünflächen der Stadt. Für die Beseitigung von Vandalismusschäden, Kot und ähnlichem von Spielplätzen bringt die Stadt jährlich rund 20 000 Euro auf.

Schleswig

Graffiti und Müll - in dieser Form kommt der Vandalismus in der Schleistadt daher. Vor allem auch auf den Königswiesen. „Dort wurden zuletzt häufig Einweggrills liegengelassen, was durch die Hitze in der Grillummantelung dazu führt, dass Grünflächen beschädigt wurden - ferner werden Glasscherben dort hinterlassen“, wie ein Stadtsprecher sagte. Probleme gibt es trotz Hundeverbots auch auf einigen der 53 öffentlichen sowie 14 Spielplätzen auf Schulgeländen und Kitas mit Kot. Dies sei besonders ärgerlich und in keiner Weise tolerierbar, heißt es bei der Stadt. Sie weist darauf hin, dass der Verstoß gegen das Hundeverbot eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die mit einer Geldbuße von bis zu 10 000 Euro geahndet werden kann.

Kiel

In der Landeshauptstadt gibt es 167 Kinderspiel- und Bolzplätze sowie noch etwa 45 Schulhöfe. Jeder Platz wird einmal wöchentlich durch Spielplatzkontrolleure einer Sichtkontrolle unterzogen; einmal im Monat einer Funktionskontrolle, und einmal im Jahr findet auf jedem Platz eine Generalinspektion statt. Nach Angaben der Stadt kommt es häufig vor, dass Spielgeräte zerstört oder beschmiert werden oder Abfall liegen gelassen wird. Derzeit ist demnach die Abfallbeseitigung das größte Problem, gefolgt von Schmierereien, Alkoholkonsum und Vandalismus. Und obwohl auf allen Spielplätzen Hundeverbot herrscht und es speziell ausgewiesene Auslaufflächen gibt, gibt es immer wieder Probleme mit Hundekot auf den Spielplätzen und „leider trifft das ebenso auf Hinterlassenschaften menschlicher Art zu“, wie ein Sprecher sagt. Eine konkrete Schadenssumme konnte die Stadt nicht nennen.

Heide

Dass Spielgeräte zerstört oder beschmiert werden und Abfall liegen gelassen werde, sei in der Stadt mittlerweile leider Tagesgeschäft, sagte der Fachdienstleiter Bürgerservice, Hartmut Kanzmeier. Am häufigsten treten seit Jahren Vandalismusschäden „mit steigender Tendenz“ auf. Zwar herrscht auf allen 17 kommunalen Spielplätzen Hundeverbot, doch auch in Heide gibt es Probleme mit deren Hinterlassenschaften. Kanzmeier betonte, das Problem seien aber die Hundehalter, das Tier könne nichts dafür. „Mit Glück landen die Hundekotbeutel in den Papierkörben auf den Spielplätzen.“ Für Unterhaltung, Pflege und Kontrolle durch den städtischen Baubetriebshof hat Heide voriges Jahr rund 93.500 Euro aufgebracht.

Wie viel Geld davon wofür genau aufgewandt wird, wird den Angaben zufolge nicht aufgeschlüsselt.

Pinneberg

In Pinneberg kommt es nach Angaben der Stadt vereinzelt vor, das Spielgeräte mutwillig zerstört werden. „Graffiti und Müll ist eher problematisch, besonders an hoch frequentierten Standorten.“ Auch auf den 34 Pinneberger Spielplätzen gilt ein Hundeverbot. Daher sei das Problem mit Kot auf Spielplätzen eher selten. Wie viel die Stadt am Hamburger Rand für die Beseitigung von Vandalismusschäden jährlich aufbringen muss, variiert stark von etwa 150 Euro bis 2500 Euro. Brandschäden sind den Angaben zufolge versichert, alle anderen Vandalismusschäden nicht.

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