zur Navigation springen

Ab 1. Mai : Geflügelpest: Stallpflicht fast in ganz SH vollständig aufgehoben

vom

Die Stallpflicht wegen Geflügelpest wird nur noch punktuell aufrecht erhalten.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 13:54 Uhr

Kiel | Bei der Geflügelpest hat sich die Lage in Schleswig-Holstein weiter deutlich entspannt. Daher wird die Stallpflicht für Geflügel von Montag an in den meisten Kreisen vollständig aufgehoben, wie das Landwirtschaftsministerium am Freitag ankündigte. „Die Zahl der Nachweise von Geflügelpest bei Wildvögeln hat im April erheblich nachgelassen, und der Frühjahrsvogelzug ist weitgehend abgeschlossen“, sagte Minister Robert Habeck (Grüne). Die meisten Kreise könnten die Stallpflicht jetzt komplett aufheben. „Damit kann ein großer Teil des Geflügels endlich wieder ins Freie.“

Die Stallpflicht wird laut Habeck nur noch auf Teile der Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein und Segeberg beschränkt. Dort gab es die letzten Nachweise von Geflügelpest bei Wildvögeln. „Aber auch hier ist ein baldiges Ende absehbar“, sagte Habeck. Das Ministerium hatte schon Anfang des Monats die Bestimmungen im Land gelockert.

In weiten Teilen wurde seit mehr als dreißig Tagen keine Geflügelpest bei Wildvögeln mehr festgestellt. Viele der Restriktionszonen sind deshalb bereits aufgehoben worden. Zuletzt bestand die Stallpflicht noch in Risikogebieten entlang der Küsten an Ost- und Nordsee, an Binnengewässern und Flüssen mit besonderer ornithologischer Bedeutung sowie an bestimmten Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätzen. Dies gilt nun nur noch in den Kreisen, in denen vor weniger als dreißig Tagen bei einem Wildvogel Geflügelpest amtlich festgestellt wurde.

Zuletzt bestand die Stallpflicht noch in Risikogebieten entlang der Küsten an Ost- und Nordsee, an Binnengewässern und Flüssen mit besonderer ornithologischer Bedeutung sowie Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätzen für über März hinaus bleibende Arten (z.B. Gänse), darüber hinaus in den Restriktionsgebieten und in bestimmten geflügeldichten Regionen.

Der heutige Erlass des Landwirtschaftsministeriums ist nun die Grundlage für die Kreise, um am 1. Mai beginnend die Aufstallungspflicht aufheben zu können. Der konkrete Zeitpunkt der Aufhebung hängt von den formalen Verwaltungsabläufen in den Kreisen ab.

Aus Vorsorgegründen gelten für die Geflügelhaltungen, die ihre Tiere nicht mehr aufstallen müssen, dennoch weiterhin strenge Biosicherheitsmaßnahmen. Die Tiere dürfen ausschließlich im Stall oder unter einem Dach gefüttert werden, damit Wildvögel keinen Zugang zu den Futterstellen haben. Futterreste seien zu vermeiden bzw. unverzüglich zu beseitigen, heißte es aus dem Ministerium. Ein Tränken erfolgt ebenfalls geschützt vor Wildvögeln. Das Tränkwasser hat Trinkwasserqualität und wird entsprechend der Geflügelpest-Verordnung keinem natürlichen Oberflächenwasser entnommen. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, werden gemäß Geflügelpest-Verordnung für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt. Zudem müssen sie dafür Sorge tragen, dass das Geflügel keinen Zugang zu natürlichen oder künstlichen Wasserstellen hat, welche auch für Wildvögel zugänglich sind. Dies kann beispielsweise durch einfach aufzustellende Maschendrahtzäune um entsprechende Wasserstellen erfolgen. „Ein Grundmaß an Vorsicht ist weiterhin geboten, ein gewisses Restrisiko bleibt auch jetzt bestehen“, sagte Habeck.

(mit dpa)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen