GIZ-Nord : Gefahr durch Pflanzen und Arzneien: Anfragen-Rekord beim Gift-Infozentrum

Viele Pflanzen, wie hier der Rote Fingerhut, sind giftig - und können insbesondere für Kinder zur Gefahr werden.
Viele Pflanzen, wie hier der Rote Fingerhut, sind giftig - und können insbesondere für Kinder zur Gefahr werden.

Nicht nur Bürger nehmen den 24-Stunden-Service in Anspruch - zunehmend meldet sich auch medizinisches Fachpersonal.

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27. August 2018, 15:21 Uhr

Göttingen/Kiel | Immer mehr Menschen suchen Rat beim Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord). Um eine fachliche Expertise in Vergiftungsfällen zu erhalten, haben sich 2017 gut 41.000 Ratsuchende an das Zentrum gewandt. Dies sind 6,5 Prozent mehr als 2016 und so viele wie nie zuvor seit der Gründung im Jahr 1995, teilte die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) am Montag mit. Dort ist das als Gemeinschaftseinrichtung der Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein geführte GIZ-Nord angesiedelt.

Der 24-Stunden-Service werde nicht nur von Bürgerinnen und Bürgern in Anspruch genommen, zunehmend auch von medizinischem Fachpersonal, berichtete ein UMG-Sprecher. Nach den Erkenntnissen der Göttinger Experten führen zumeist Substanzen aus dem täglichen Umfeld zu Vergiftungen. Kinder seien vor allem durch chemische Produkte, Arzneimittel und Pflanzen gefährdet. Bei Erwachsenen überwiegen Vergiftungen durch Medikamente.

Vergiftungen gibt es aber auch durch relativ unbekannte Substanzen wie zum Beispiel das Palytoxin der Krustenanemone. Diese Blumentiere seien oftmals Bewohner heimischer Aquarien, berichtete die UMG.

Unvorsichtige Aquarienbesitzer können das Gift beim Reinigen über die Haut oder die Atemwege aufnehmen. Es kann zu Fieber, Schüttelfrost, Kurzatmigkeit und Muskelschwäche führen. Das GIZ-Nord registrierte bisher insgesamt 46 Vergiftungsfälle mit Palytoxin, von denen die Hälfte für die Betroffenen im Krankenhaus endete.

Das GIZ-Nord ist rund um die Uhr unter der Notrufnummer 0551/19240 erreichbar.

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