Grossenaspe : Gaststätte brannte ab - Zwei Familien obdachlos

Das Feuer brach in einer Sauna aus.
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Das Feuer in Großenaspe brach in einer Sauna aus.

Erst brennt die Sauna, dann das ganze Haus: Ein Feuer in einem Hotel löst einen Großeinsatz im Kreis Segeberg aus. Zeitweilig musste die AKN-Bahnstrecke gesperrt werden.

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17. Dezember 2014, 19:15 Uhr

Grossenaspe | Ein Großfeuer hat Feuerwehrleute und die Bürger von Großenaspe am Mittwoch in Atem gehalten. Die Gaststätte mit Hotelbetrieb „Zur Mühle“ an der Brokenlander Straße brannte. Die Rauchentwicklung war so stark, dass Häuser evakuiert und die AKN-Strecke gesperrt werden mussten. Zwei Familien wurden obdachlos und konnten nichts mehr retten.

Gegen 8.45 Uhr war das Feuer nach ersten Erkenntnissen in einer Sauna ausgebrochen und hatte dann auf weitere Räume übergegriffen. Die Mieter in dem Haus, die Pächterin der Gaststätte und eine Mutter mit drei Kindern im Alter von 4, 14 und 18 Jahren konnten sich rechtzeitig retten. Sie haben jetzt kein Hab und Gut mehr und sind bei Freunden untergekommen, denn das Haus ist nicht mehr bewohnbar.

Die AKN-Bahnstrecke zwischen Wiemersdorf und Großenaspe wurde bis 14.30 Uhr gesperrt. Zum einen war die Sperrung wegen des starken Qualms nötig, aber auch die Wasserversorgung musste vom Industriegebiet über die Schienen bis zum Feuer gelegt werden. Ein Ersatzverkehr für die AKN-Fahrer mit Bussen wurde eingerichtet. Ein Mensch wurde wegen einer Rauchvergiftung vom Rettungsdienst behandelt.

Als kurz vor 9 Uhr zum Einsatz gerufen wurde, war es zunächst schwierig, zu dieser Kernarbeitszeit Feuerwehrleute zu erreichen. Schließlich war aber ein Großaufgebot von etwa 80 Leuten vor Ort: Die Helfer kamen aus Bad Bramstedt, Großenaspe, Hasenkrug, Hardebek und Boostedt. Es mussten zahlreiche Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden, um die einzelnen Brandnester abzulöschen, die zum Teil hinter Wandverkleidungen lagen und nur schwer zugänglich waren. Auch eine Drehleiter kam zum Einsatz. Trotz des massiven Einsatzes der Wehrleute gab es dann eine dramatische Wende: Da Dach sowie Hausseiten mit wasserundurchlässigen Schiefertafeln verkleidet waren, griffen die Flammen auf den Dachstuhl über. Das Haus stand lichterloh in Flammen. Um das Dach abzudecken und löschen zu können, wurde ein Abrissbagger mit geschützter Kabine beschafft. Die Wehrleute verhinderten, dass die Flammen auf das Nachbarhaus übergriffen.

Oberlöschmeister und Gruppenführer Wilfried Wojak war sofort zum Einsatz geeilt und hatte seine Bäckerkluft noch unter der Einsatzkleidung an. Von 9 bis 17.30 Uhr war er vor Ort. „Ich bin seit 25 Jahren in der Feuerwehr, aber das ist das größte Feuer, bei dem ich im Einsatz war“, sagte der 55-Jährige abends erschöpft.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Häuser in der Nachbarschaft evakuiert. Im Feuerwehrhaus wurde ein Betreuungszentrum mit DRK und Notarzt für die Helfer und Betroffene eingerichtet.

Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 16.45 Uhr an. Eine Brandwache gab es nicht, weil das ganz Haus unter Wasser gesetzt worden war.

Die Kriminalpolizei Bad Segeberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt.

Blaulichtmonitor



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