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Holstein Kiel gegen Hansa Rostock : Fußball in Kiel: Heute 1000 Polizisten im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Innenminister Breitner warnt vor „hoher Gewaltbereitschaft einiger ostdeutscher Fans“.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 06:34 Uhr

Kiel | Großkampftag für die Polizei im Norden. Rund 1000 Beamte sollen heute das Fußballduell der Drittligisten von Holstein Kiel und Hansa Rostock in der Landeshauptstadt absichern – so viel wie noch nie. Die Begegnung wird vom DFB als Hochrisikospiel eingestuft, deshalb wurde von der Polizei Unterstützung aus Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern angefordert. Erwartet werden rund 2000 Rostocker, darunter nach Angaben von Innenminister Andreas Breitner (SPD) 300 gewaltbereite Fans. Schon im Vorfeld dieses explosiven Spiels gab es Irritationen, weil der Kieler Verein die Vergabe von Eintrittskarten vom Wohnort der Fans abhängig machte. Damit wollte man sicherstellen, dass Ostdeutsche nur Stadionplätze im Gastfanblock erhalten. Offenbar nicht ohne Grund: „Auffällig ist die hohe Gewaltbereitschaft einiger ostdeutscher Fans“, sagte Breitner unserer Zeitung.

Die hohen Sicherheitsmaßnahmen in Kiel fallen zusammen mit der bundesweiten Diskussion über die Kosten von Polizeieinsätzen in und um Fußballstadien. Der Plan des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger, die Polizeipräsenz bei „harmlosen“ Spielen zurückzufahren, stößt nach wie vor auf Kritik bei Vereinen und Politikern in Bund und Ländern. „Die Problemfans werden über diese Pläne ganz gewiss nicht traurig sein“, meint CDU-Innenexperte im Bundestag, Wolfgang Bosbach. Und die CDU-Landtagsabgeordnete Astrid Damerow warnt: „ Ein Mangel an Polizeikräften kann sehr schnell zu Eskalationen führen, bei denen Menschen verletzt werden“.

Laut Gewerkschaft der Polizei ist der aktuelle Einsatz in Kiel angesichts von Personalknappheit und Ferienzeit „schon eine besondere Hausnummer“. GDP-Chef Karl-Herman Rehr klagt: „Das fällt uns unheimlich schwer“. Die massive Präsenz sei jedoch angesichts der Risikolage notwendig und habe auch deeskalierende Wirkung. Oft werde verkannt , dass es in der 3. und 4. Liga viel mehr Randalierer gebe als in der 1. Liga. Nötig sei jetzt ein bundesweit abgestimmtes Konzept aller Innenminister und Senatoren der Länder, um Gewaltexzesse rund um die Fußballspiele zu reduzieren und zugleich die Polizei zu entlasten.

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