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Schleswig-Holstein

11. Dezember 2017 | 06:44 Uhr

Fünf Kinder im Boot auf offener See

vom

Polizei ermittelt nach Rettung in letzter Minute in der Lübecker Bucht / Auch zwei Segler aus der Trave gerettet

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Travemünde | Fünf Kinder unter zwölf Jahren haben die freiwilligen Seenotretter der Station Travemünde am Dienstag aus der Lübecker Bucht in Sicherheit gebracht. Die drei Mädchen und zwei Jungen waren mit zwei Tretbooten von einem örtlichen Tretbootverleih zunächst in Strandnähe vor Travemünde unterwegs. Aufgrund starker ablandiger Winde und Strömung bewegten sich die kleinen Boote trotz aller Bemühungen der Kinder, wieder Richtung Strand zu gelangen, immer weiter aufs offene Wasser und in die Nähe des Schifffahrtsweges. Bemerkt wurde die gefährliche Lage von einem Segler, der sich bei den Seenotrettern bemerkbar machte. Die Besatzung des Seenotretters "Hans Ingwersen" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) war zu dieser Zeit noch in einem anderen Einsatz. Sie hatte die zweiköpfige Besatzung eines entmasteten Tornados (Sportkatamarans) gerettet und am Mövenstein bei Travemünde an Land gebracht.

Der beobachtende Segler machte im Vorbeisegeln durch deutliche Handzeichen in Richtung See auf die Lage aufmerksam. Die Seenotretter sichteten die kleinen blauen Tretboote nach kurzer Zeit in etwa 700 Metern Entfernung vom Strand. Die Kinder waren bereits in Panik. Die Helfer nahmen die fünf Mädchen und Jungen an Bord und wärmten sie mit Decken. Mit dem Seenotrettungsboot wurden schnell an Land gebracht.

Die Kinder gehörten zu einer Jugendgruppe aus Lüneburg. Der Betreuer nahm die fünf Jungen und Mädchen Kinder an Land in Empfang.

Bei dem herrschenden Südwestwind mit sechs Beaufort (bis 49 km/h) läuft in der Lübecker Bucht eine starke Strömung, gegen die weder Schwimmer noch Tretboote ankommen. "Die Kinder haben großes Glück gehabt", sagte Horst-Dieter Eder, der seit 31 Jahren bei der DGzRS ist und als Vormann die Freiwilligen-Station in Travemünde leitet. "Mit den kleinen blauen Booten wären sie in kürzester Zeit vom Strand nicht mehr zu sehen gewesen. Wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort."

Der Fall ist für die Wasserschutzpolizei aber noch nicht erledigt. "Wir haben Ermittlungen aufgenommen", sagte Wasserschutzpolizei-Sprecher Karsten Dose am Mittwoch. Diese richteten sich allerdings nicht gegen konkrete Personen. Zunächst müsse geklärt werden, wer die Tretboote gemietet hat und ob zu diesem Zeitpunkt Klarheit über die herrschenden Windverhältnisse bestand.

Am Dienstag um 16.10 Uhr wurden zwei Segler von der Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde aus der Trave in Höhe Schlutup geborgen. Ihre Segeljolle war gekentert. Sie waren unverletzt. Aufgrund heftiger Winde aus südwestlicher Richtung um fünf Beaufort, verbunden mit ergiebigen Regengüssen, kenterten ein 58-Jähriger und ein 15-Jähriger aus Lübeck mit einer Jolle im Breitling vor Schlutup. Sie kamen allein nicht wieder ins Boot.Ein aufmerksamer Zeuge beobachtete den Vorfall von Land aus und verständigte über Notruf die Polizei.

Beide Personen konnten wenig später unverletzt durch die Besatzung des Schlauchbootes Falke der Wasserschutzpolizei Travemünde geborgen und unverletzt an Land gebracht werden. Sie trieben etwa 300 Meter vom Land entfernt und hielten sich an ihrem Boot fest. Sie trugen keine Rettungswesten.

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