Storchen-Hotspot St. Peter-Ording : Frühlingsgefühle bei den Weißstörchen in SH – Brutsaison beginnt

Weißstörche in einem Horst bei St. Peter-Ording – dort sind derzeit 40 Storchenpaare in ihren Nestern bei den Brutvorbereitungen.

Weißstörche in einem Horst bei St. Peter-Ording – dort sind derzeit 40 Storchenpaare in ihren Nestern bei den Brutvorbereitungen.

85 Prozent der Weißstörche sind über die „Balkan-Route“ aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt.

shz.de von
17. April 2018, 07:56 Uhr

St. Peter-Ording | Schleswig-Holsteins Weißstörche starten in die Brutsaison. Bislang seien rund 85 Prozent der Weißstörche aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt, sagte Jörg Heyna von der Nabu-Arbeitsgruppe Storchenschutz. Verstärkt kämen Vögel der „Balkan-Route“ an, ergänzte der Biologe Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut in Bergenhusen.

Mittlerweile seien auch die letzten Störche, an die ein Sender angebracht ist, zurück. Ihre Reise kann im Internet verfolgt werden – zuletzt kam Storch „Robert“ zu seinem Horst in Gribbohm am Nord-Ostsee-Kanal. Weil sein Nest besetzt war, habe er mit den „Nest-Besetzern“ gekämpft, berichtete Heyna.

Störche benötigen viel Nahrung. Um satt zu werden muss ein ausgewachsener Storch täglich rund ein halbes Kilogramm Nahrung finden. „Das sind zum Beispiel 16 Mäuse oder mindestens 500 Regenwürmer“, sagte Heyna. Um ausreichend Nahrung für sich und seinen Nachwuchs zu ergattern, braucht ein Storchenpaar rund 200 Hektar landwirtschaftlich nicht genutztes, feuchtes Grünland in der Nähe seines Horstes.

Kleine Störche sind nach dem Schlüpfen so groß wie eine halbe Faust und wiegen 70 bis 80 Gramm. Das ändert sich jedoch schnell, denn die Küken werden in den ersten Tagen alle zwei bis drei Stunden gefüttert. Und auch später müssen die Eltern ihrem Nachwuchs reichlich Nahrung bringen. Auf dem Speiseplan stehen laut Heyna Schlangen, Blindschleichen, Heuschrecken oder Regenwürmer – „alles was kreucht und fleucht“.

Der Weißstorch ist ein sogenannter Kulturfolger, dessen typischer Lebensraum in Deutschland extensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen sind. Er mag auch belebte Plätze: Die Nähe von Menschen hält ihn nicht vom Nisten ab.

Der Westküstenpark im nordfriesischen St. Peter-Ording gilt nach eigenen Angaben als Hotspot für Weißstörche in Schleswig-Holstein. Dort sind derzeit 40 Storchenpaare in ihren Nestern bei den Brutvorbereitungen. Im vergangenen Jahr hatten im nördlichsten Bundesland 280 Weißstorch-Paare 357 Jungstörche aufgezogen.

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