zur Navigation springen

Tourismus : Frühbucher-Rekord: SH als Urlaubstrend für 2017

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Millionen Privatreisen ins nördlichste Bundesland geplant – ein Drittel ist schon gebucht.

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2016 | 20:53 Uhr

Kurz vor dem Jahreswechsel deuten die Vorzeichen auf ein touristisch erfolgreiches 2017 in Schleswig-Holstein hin: Der Anteil der tatsächlichen Buchungen an den geplanten Reisen in den Norden zieht deutlich an. Von den Bundesbürgern, die ins Land zwischen den Meeren fahren wollen, haben in den letzten fünf Jahren noch nie so viele zu einem so frühen Zeitpunkt bereits reserviert. Das geht aus dem „Destination Monitor“ der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und des Instituts für Management und Tourismus (IMT) an der Fachhochschule Westküste in Heide hervor.

Der Tourismus ist für SH ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Demnach planen die Deutschen derzeit für 2017 bereits zwei Millionen Privatreisen ins nördlichste Bundesland. 33 Prozent davon sind bereits gebucht. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 24 Prozent. Außerdem wollen die Gäste im Vergleich zum Vorjahr länger in Schleswig-Holstein bleiben: 70 Prozent der für 2017 in den Norden vorgesehenen Reisen sind auf mindestens vier Übernachtungen angelegt. „Längere Reisen werden oft auch längerfristig geplant – deshalb ist es plausibel, dass bereits jetzt ein höherer Anteil fest gebucht ist“, sagt Julian Reif. Der Diplom-Geograf ist Projektleiter am Institut für Management und Tourismus in Heide und wertet die Daten aus dem„Destination Monitor“ aus.

Reif führt die guten Aussichten für Schleswig-Holstein auch auf den – von der instabilen internationalen Lage beförderten – generellen Boom des Inlands-Urlaubs zurück. „Die frühen Buchungen deuten auf ein weiteres Wachstum hin“, schlussfolgert Reif. Auch spiele der vergleichsweise hohe Anteil von Stammurlaubern und eine generell hohe Wiederbesuchsabsicht im Land zwischen den Meeren eine Rolle: „Von ihnen wollen sich offenbar viele möglichst frühzeitig ihr Quartier sichern, bevor andere zugreifen.“

An allen geplanten innerdeutschen Privatreisen erreicht Schleswig-Holstein im „Destination Monitor“ in der Prognose für das kommende Jahr einen Marktanteil von 7,4 Prozent. Das bedeutet Platz sieben unter den Bundesländern. Haupt-Konkurrent Mecklenburg-Vorpommern kommt mit 8,3 Prozent Marktanteil auf Rang fünf. Im Ranking führen Bayern mit 15 und Niedersachsen inklusive Bremen mit 11,1 Prozent Marktanteil.

Trotz aller Bemühungen der schleswig-holsteinischen Tourismus-Strategie, ganzjährig Gäste zu locken, bleibt der Badeurlaub die alles überflügelnde Urlaubs-Motivation. 62 Prozent nennen ihn als Hauptanlass, um ins nördlichste Bundesland zu kommen. Neun Prozent der Befragten gaben als Motiv an, Urlaub auf dem Land machen zu wollen. Bei sechs Prozent steht eine Städte- oder Shoppingreise im Vordergrund, bei jeweils drei Prozent ein Sport- beziehungsweise Aktivurlaub oder Wellness.

Die Erhebung belegt einmal mehr die äußerst hohe Beliebtheit Schleswig-Holsteins in Nordrhein-Westfalen: 33 Prozent derjenigen, die herkommen wollen, stammen von dort. An allen geplanten Privatreisen in Deutschland stellen die Menschen von Rhein und Ruhr nur einen Anteil von 24 Prozent. Nordrhein-Westfalen scheint nicht nur als einwohnerreichstes Bundesland der größte Quellmarkt für Schleswig-Holstein zu sein, sondern die Menschen aus NRW haben wohl ein besonderes Faible für den echten Norden. „Aus der Gästebefragung Schleswig-Holstein wissen wir zum Beispiel, dass die Wiederbesuchsabsicht der Menschen aus NRW überdurchschnittlich ist“, erklärt Reif.

Zweitwichtigstes Herkunftsland für Schleswig-Holstein ist Niedersachsen mit 19 Prozent. Sieben Prozent der in Schleswig-Holstein geplanten Reisen gehen auf die einheimische Bevölkerung zwischen Flens- und Lauenburg zurück. Die alljährlich im November stattfindende Befragung der Reiseabsichten im Rahmen des „Destination Monitor“ basiert auf einer Stichprobe von 5000 online befragten Personen. Die Daten werden repräsentativ für die deutsche, online aktive Bevölkerung hochgerechnet. Darin fließen unter anderem Alter, Geschlecht, Anzahl der Kinder und das Haushaltsnettoeinkommen ein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen