Obsternte in SH : Frost im Frühjahr und geringer Bienenflug machen Äpfeln zu schaffen

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Auch bundesweit wird die Ernte womöglich geringer ausfallen.

Auch bundesweit wird die Ernte womöglich geringer ausfallen.

Die Apfelernte ist in vollem Gang: Doch die kalten Tage zum Jahresanfang haben Spuren hinterlassen.

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Annika Kühl von
03. Oktober 2019, 20:18 Uhr

Kiel | Auf 480 Hektar werden in Schleswig-Holstein Äpfel angebaut – 2018 ein gutes Geschäft. Doch in diesem Jahr passt nichts so richtig zusammen: Die Frostnächte im April und Mai haben den Früchten zugesetzt und bescheren den Obstbauern im Land nun voraussichtlich unterdurchschnittliche Erträge, wie die Landwirtschaftskammer mitteilte.

Zurzeit rechne das Statistikamt Nord mit neun Prozent weniger Äpfeln, fünf Prozent weniger Birnen und sechs Prozent weniger Pflaumen als im sechsjährigen Durchschnitt, so die Kammer.

Geringer Bienenflug

Die frühe Kälte hat für schlechte Befruchtungsbedingungen gesorgt: Bei kaltem Wetter fliegen die Bienen nämlich weniger zur Apfelblüte, erklärt Obstbauberater Tillmann Keller.

Kein Grund zur Beunruhigung, versichert der Obstbau-Experte. Im Apfelbau-Jargon spricht man von „Alternanz“: Einer natürlichen Schwankung des Fruchtertrages. Die Bäume, die in einem Jahr viele Früchte tragen, tragen im nächsten Jahr wenig.

„Das ist in diesem Jahr besonders die Jonagold-Gruppe“, sagt Keller. Der Verbraucher werde davon jedoch kaum etwas merken. Mit dem entsprechenden Wetter könnten bei vielen Apfelsorten sogar noch durchschnittliche Erträge erreicht werden, so zum Beispiel beim SH-Klassiker: dem Holsteiner Cox.

Am 5. und 6. Oktober finden in Warringholz bei der Schwerdtfeger Obstbaumschule die Apfeltage Mittelholstein statt. Jeden Tag gibt es von 10 bis 18 Uhr Programm.

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