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Prozess gegen Investor : Freispruch für Marco Hahn

vom
Aus der Onlineredaktion

Der aus Flensburg stammende Investor Marco Hahn bleibt ein freier Mann.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2016 | 15:26 Uhr

Kiel/Flensburg | Vor dem Landgericht Kiel endete der Strafprozess gegen Marco Hahn heute mit einem Freispruch. Auch der Mitangeklagte Thomas Petersen wurde freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte Hahn vorgeworfen, seinen ehemaligen Mitarbeiter Petersen zur Untreue in einem besonders schweren Fall angestiftet zu haben.  Der Leitende Staatsanwalt hatte für Marco Hahn eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung, für Petersen eine Bewährungsstrafe von einem Jahr gefordert. 

Der Vorsitzende Richter sah die Anschuldigungen jedoch nicht als erwiesen an, die Vorwürfe hätten nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachgewiesen  werden können.

Im Kern ging es bei dem Prozess um knapp 4,7 Millionen Euro, die vom Konto der ehemals zum Hahn-Imperium gehörenden Beteiligungsgesellschaft Kreuz Consulting GmbH auf das Konto der Firma CapiTrust Enerture GmbH überwiesen worden war. Die CapiTrust hatte das Geld der Kreuz als Darlehen zur Verfügung gestellt. Als das Darlehen am 30. September 2009 fällig wurde, hatte Hahn Petersen beauftragt, den Darlehensbetrag samt Zinsen von knapp 4,7 Millionen Euro an die CapiTrust zu überweisen und das Geld sofort auf das Konto der Kreuz zurück zu transferieren. Begründung: Das Darlehen sei verlängert worden - einen schriftlichen Vertrag darüber gab es jedoch nicht, der sollte nachträglich aufgesetzt werden. Die Kreuz Consulting meldete später Insolvenz an, das Darlehen wurde nur zu einem Bruchteil wieder zurück gezahlt.

Die Staatsanwaltschaft sah in der Rücküberweisung eine rechtswidrige Handlung und Untreue in einem besonders schweren Fall. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Thomas Petersen habe nach dem Auftrag von Hahn davon ausgehen müssen, dass das Darlehen tatsächlich verlängert worden war, so die Richter. Es handle sich deshalb bei der von ihm veranlassten Rücküberweisung nicht um Untreue. Auch Marco Hahn könne keine vorsätzliche Vermögensschädigung der CapiTrust nachgewiesen werden.

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