Geflügelpest : Freiheit für Hühner: Stallpflicht nördlich des Nord-Ostsee-Kanals wird gelockert

Fünf Wochen lang gab es keinen Fall von Geflügelpest nördlich des Kanals. Eine landesweite Entwarnung bleibt noch aus.

shz.de von
24. März 2017, 10:25 Uhr

Kiel | Schleswig-Holstein lockert nördlich des Nord-Ostsee-Kanals die wegen der Geflügelpest verhängte Stallpflicht. Dort darf ein Teil der Halter von Samstag an das Geflügel wieder ins Freie lassen, wenn sie bestimmte Schutzvorkehrungen treffen. Wie das Landwirtschaftsministerium am Freitag weiter mitteilte, gilt die Stallpflicht aber auch im nördlichen Landesteil weiter in besonderen Risikogebieten an den Küsten, in Regionen mit hoher Geflügeldichte und in bestehenden Restriktionszonen. Südlich des Kanals bleibt die Stallpflicht komplett bestehen, weil dort der Infektionsdruck noch hoch ist.

In Schleswig-Holstein grassieren parallel zwei Subtypen des Geflügelpesterregers: HPAIV H5N8 und H5N5. Es handelt sich um das bislang größte Geflügelpestgeschehen, das in Europa zu zahlreichen Ausbrüchen in Tierhaltungen und in der Wildvogelpopulation führt.

„Wir haben die Lage intensiv beobachtet und die Risiken immer neu abgewogen“, sagte Minister Robert Habeck (Grüne). Nördlich des Kanals sei bis auf zwei Fälle in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) die Geflügelpest über fünf Wochen nicht mehr nachgewiesen worden.

Zudem sinke das Risiko insgesamt, weil der Wildvogelzug bei den für die Geflügelpest relevanten Arten abklinge und die Wetterlage mit höheren Temperaturen und intensiverer UV-Einstrahlung stabil sei. „Vor diesem Hintergrund ist es angemessen, die Stallpflicht nun in einem ersten Schritt zu lockern, auch wenn ein Restrisiko bestehen bleibt“, sagte Habeck. „Es kann noch keine landesweite Entwarnung geben.“ Deshalb sei es wichtig, die Stallpflicht einzuhalten, wo sie gilt. „Es ist ohne Frage eine Belastung, aber nach wie vor gilt es, die Tiere vor einer Infektion mit der Seuche zu schützen.“

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