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Zehntausende Badegäste mehr : Freibäder im Norden verbuchen Super-Saison

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Zehntausende Badegäste mehr als 2012 erfrischten sich in dieser Saison in den Freibädern im Norden - mancherorts waren es mehr als doppelt so viele. An den Rekord des Supersommers 2006 reichte es dennoch nicht heran.

Kiel | Superbilanz für die Freibäder im Norden: Nach einem verhaltenen Start im Mai, kletterten im Gleichschritt mit steigenden Temperaturen auch immer mehr Badegäste in die Becken. Bis das doppelte an Besuchern als im Vergleich zum vorangegangenen Jahr planschten im kühlen Nass - oder sonnten sich auf der Liegewiese. Das hat eine Umfrage in großen Bädern in Schleswig-Holstein und bei der Hamburger Bäderland AG ergeben.

Viele Bäder werden zum Ende August schließen, doch aufgrund warmer Temperaturen sollen einige Freibäder weiterhin geöffnet bleiben. Mit durchschnittlich 16,9 Grad Celsius war Schleswig-Holstein in diesem Sommer nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zwar das kühlste aller Bundesländer. Lediglich 738 Sonnenstunden vermeldete der DWD. Unterm Strich fiel die Sommer-Bilanz im Norden im Vergleich zu 2012 gar nicht so schlecht aus: Die Schleswig-Holsteiner wurden mit fast hundert Sonnenstunden mehr als im vergangenen Jahr (645 Stunden) beschenkt - und konnten eine fabelhafte Freibad-Saison genießen.

So gingen dann auch mehr als 72.000 Gäste von Juni bis August im Freizeitbad Badlantic in Ahrensburg baden. Damit zählt das Kombi-Bad 12.000 mehr als im Vorjahr. Besucherstärkster Tag sei der 21. Juli mit fast 2300 Schwimmern gewesen, berichtete Frank-Ulrich Heel von Badlantic. Auch im Freizeit- und Sportbad von Neumünster klingelten die Kassen. So viel Besucher wie in dieser Saison habe das Bad seit drei Jahren nicht mehr gehabt, sagte der Bereichsleiter von der zuständigen SWN Bäder und Freizeit GmbH, Tom Keidel. Allein während der Sommerferien, als im Kombi-Bad nur das Freibad geöffnet war, seien rund zwanzig Prozent mehr Besucher als im Vorjahr gekommen. Nur zweimal musste das Wachpersonal, das das Gelände mit Kameras überwacht, die Polizei wegen ungebetener Gäste rufen.

Ein besonderes Badevergnügen erwartete hingegen die Badegäste an einem Tag in Schwentinental bei Kiel. Wegen eines technischen Defekts geriet die Heizung des Freibads im Wildpark außer Kontrolle, das eigentlich kühle Nass erhitzte sich auf 28 Grad Celsius. "Der nicht ernst gemeinte Versuch, unseren Besuchern das als Warmbadetag zu verkaufen und einen Aufschlag auf den Eintrittspreis zu fordern, scheiterte leider", sagte Betriebsleiter Rainer Pöhlmann. Erst einige Tage später war die Normaltemperatur wieder erreicht. Insgesamt rechnet Pöhlmann in dieser Saison mit bis zu 80.000 Gästen - 65.000 waren es im Jahr 2012. "Das ist dann das beste Ergebnis seit dem Rekordsommer von 2006. Der Juli ist mit fast 40.000 Besuchern durchaus als rekordverdächtig zu bezeichnen", sagte Pöhlmann.

Mit Scheinwerfern und Bewegungsmeldern gingen die Betreiber in Schwentinental gegen nächtliche Planscher vor - drei bis vier Mal sei diesmal jemand über den Zaun geklettert, ein einziges Mal habe die Polizei Jugendliche in flagranti erwischt. Für einen echten Schreckmoment dagegen sorgte ein 73-jähriger Mann. Er erlitt im Wasser einen Herzinfarkt. Der Bademeister habe ihn jedoch wiederbelebt, inzwischen habe sich der Mann wieder erholt.

Über vierzig Prozent mehr Besucher als im vorangegangenen Jahr freute sich die stellvertretende Direktorin der Lübecker Schwimmbäder, Dorte Niehus. "Dies wird sich bis zum Ende der Saison aber sicherlich relativieren, denn der August 2012 war sehr besucherstark. Dieses Jahr kann man die schönen Tage im August hingegen noch an einer Hand abzählen", sagte Niehus. Illegales Baden käme gelegentlich vor, außergewöhnliche Fälle seien ihr aber nicht bekannt. "Es kommt bestimmt vor, dass in der Nacht mal ungewollte Besucher im Bad sind, ärgerlich ist das für uns aber nur dann, wenn der Besuch mit Vandalismus einhergeht", sagte Niehus weiter. Einen Nachtwächter beschäftige das Freibad nicht, die Gebäude seien Alarm gesichert und Wachunternehmen würde auf Patrouille gehen.

Wird Hamburg wieder die magische Besuchermarke von 200.000 knacken? Einen Kassensturz hat die Geschäftsführung des Hamburger Bäderlands zwar noch nicht gemacht. So viel sei aber schon gesagt: "Nachdem die Saison sehr schleppend anlief, hat uns der warme und schöne Juli die bis dahin fehlenden Gäste sozusagen in die Becken gespült", sagte Bäderland-Sprecherin Kirsten Rüde. Dies habe sich auch auf die Gästezahlen deutlich positiv ausgewirkt: Fast 66 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr (116.000) habe der Sommer den Freibädern beschert, man rechne somit mit mindestens 192.000 Gästen. "An den Supersommer von 2006 mit über 220.000 Besuchern reicht dieser allerdings nicht heran." 

Planmäßig sollte die Freibadsaison in Hamburg am 31. August enden - bei gutem Wetter im September w3erde sie aber verlängert. Einen Badeunfall habe es im Stadtparksee gegeben. "Der ist glücklicherweise nicht tödlich verlaufen", sagte Rüde. Hin und wieder wagen Jugendliche nachts den Sprung über den Freibad-Zaun. Seit ein Wachdienst einen wachsamen Blick auf die Becken werfe, sei die Zahl der Nacht-Bader deutlich zurückgegangen. Noch vor einigen Jahren hätte es ein "recht hohes nächtliches Besucheraufkommen" gegeben.

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erstellt am 30.Aug.2013 | 11:35 Uhr

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