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Diskussion um Baltic Open Air in Schleswig : Frei.Wild: Wirklich nur frei und wild?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Auftritt der Rockband „Frei.Wild“ auf dem Baltic Open Air in Schleswig erhitzt die Gemüter. Die Band sei rechts, heißt es. Auf Facebook wirbt die Band aber neuedings für eine bunte Welt und gegen Pegida und co.

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erstellt am 23.Aug.2015 | 13:08 Uhr

Schleswig | „An ihnen kommt im Moment niemand vorbei“, heißt es über Frei.Wild auf der Internetseite des Schleswiger Musikfestivals Baltic Open Air (BOA), bei dem die Band am kommenden Wochenende auftritt. Tatsächlich ist es so, dass die Rockmusiker große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, weil Kritiker ihre Texte als fremdenfeindlich bewerten. Auch im Vorfeld des Baltic Open Air gibt es aktuell eine Protestwelle und eine Debatte mit einer Überraschung.

Über die Texte der Band zerbrechen sich Musikkritiker seit Jahren die Köpfe. Wenn es selbst Experten nicht leichtfällt, die Band einzuordnen, wie sollen es dann andere schaffen? „Südtirol, deinen Brüdern entrissen, (...) du bist noch nicht verlor’n, in der Hölle sollen deine Feinde schmorr’n“: Wegen solcher Texte wird Frei.Wild als rechtsextrem eingestuft. 2014 wurde der Song „Rache muss sein“ vom Thüringischen Sozialministerium beanstandet. Nach der Prüfung entschied die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zugunsten von Frei.Wild und lehnte eine Indizierung ab.

Der Frei.Wild-Sänger Philipp Burger war früher Mitglied der rechten Skinhead-Formation Kaiserjäger, bezeichnet dies aber mittlerweile als Fehler. Dennoch lastet ihm diese Vergangenheit bis heute an. Burger sieht in der Debatte um seine aktuelle Band Frei.Wild vor allem ein deutsches Problem: „Wir sind keine Deutschen! Wir sind Südtiroler. Dort hat keiner ein Problem mit unseren Texten, die verstehen, um was es uns geht.“

Für die Initiative „Keine Bühne für Nationalisten“ ist die Sache dennoch klar. Sie werfen Frei.Wild eine Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut vor. Daher rufen die Mitglieder der Protestbewegung dazu auf, das Schleswiger Baltic Open Air zu boykottieren. Dementsprechend veranstalten sie am Freitag um 17 Uhr ein alternatives Festival in der Luftschlossfabrik in Flensburg.

Baltic-Open-Air-Veranstalter Daniel Spinler reagiert gelassen auf die Diskussionen. „Frei.Wild ist einfach eine Band, die im Moment extrem angesagt ist“, sagt er. Der Vorverkauf für das Schleswiger Festival am Freitag und Sonnabend auf der Freiheit laufe ausgesprochen gut. Spinler betont, dass das Baltic Open Air ein politisch neutrales Festival sei.

Hallo Rockfans...Lange habt ihr gewartet... Hier ist sie, die Running Order / Ablaufplan der Bands beim Baltic Open Air 2015 - Änderungen vorbehalten !

Posted by BALTIC OPEN AIR on  Donnerstag, 23. Juli 2015

Die Diskussion um die Band hat nun eine überraschende Wende genommen. Denn Frei.Wild hat sich aufgrund der aktuellen Flüchtlingsproblematik in Europa auf der eigenen Internetseite gegen Fremdenfeindlichkeit geäußert. In dem von den Musikern veröffentlichten Statement unter dem Titel „Die Welt ist bunt“ heißt es: „Wer Menschen, die gerade mit knapper Not einem grausamen Krieg oder einer Verfolgung aus religiösen oder anderen Gründen entkommen sind, die ihrer Heimat (und ihr wisst wie viel Heimat uns bedeutet) entfliehen mussten oder auf der Flucht ihre Liebsten verloren haben, wer solche Menschen hier wieder bedroht und terrorisiert, der ist schlichtweg ein asoziales Arschloch ohne Verstand, und, viel schlimmer, ohne Herz und hassgesteuert.“

Ob hinter Worten wie diesen eine weltoffene Gesinnung steckt oder nur ein PR-Gedanke, lässt sich nicht sagen (manche vermuten gar, dass die Internetseite gehackt wurde), aber auch der weitere Text klingt alles andere als rechts. So richten die Musiker in Richtung der Anhänger von gesellschaftlichen Bewegungen oder Parteien wie Pegida oder AfD folgende Aussage: „Ihr seid nicht willkommen, ihr seid nicht Teil von uns, verpisst euch, wir sind die gänzlich falsche Band für euch.“

Die Welt ist bunt!Und Frei.Wild's Ländereien sind es auch!☛Teilen erwünscht!☚► http://news.frei-wild.info/archiv/7B22BAB3A9D64118.htm#anker2

Posted by Frei.Wild on  Donnerstag, 13. August 2015

Einige Fans begrüßten diese Aussagen, andere reagierten darauf empört und schrieben Kommentare bei Facebook, in denen die Musiker als „Ja-Sager“ und „geldgierige Heuchlerband“ beschimpft werden. Jemand kommentierte: „Interessant. Ich dachte die Fans haben die Band immer verteidigt, sie wäre nicht rechts. Jetzt spricht sich die Band gegen Rechtsradikalismus aus und viele Fans sind empört?“

Was bedeutet ein Kommentar wie dieser? Sicherlich sind Songtexte einer Band wie Frei.Wild leichter zu greifen, um darüber zu diskutieren, als das heterogene Gedankengut der Gesellschaft. Aber was sagt es über Teile der Bevölkerung aus, wenn sie offen für fremdenfeindliche Textinhalte sind. Liegt hier nicht das größere Problem?

Frei.Wild beim BOA – die Chronologie der Diskussion

Freiwild und Kevin Russel für BOA bestätigt

Im Februar präsentieren die Veranstalter des Baltic Open Air ihren neuen Headliner Freiwild. Nachdem bereits Kevin Russell fürs BOA verpflichtet wurde, der als Leadsänger der ebenfalls umstrittenen Rockband „Böhse Onkelz“ bekannt wurde und jetzt zusammen mit der Formation „Veritas Maximus“ nach Schleswig kommen wird. Veranstalter Daniel Spinler verteidigt die Deutschrock-Band Frei.Wild: „Die Südtiroler Jungs sind heimatverbunden. Aber sie distanzieren sich von jeglicher Art des Extremismus und Rassismus. Sie sind politisch neutral.“ Dass Frei.Wild oder Kevin Russell womöglich ein rechts gesinntes Publikum anziehen könnte, glaubt er nicht. „Meine Frau und ich haben auch die ‚Böhsen Onkelz‘ gehört. Aber deswegen sind wir doch keine Nazis.“

Frei.Wild im Interview:

Kritiker: „Negativwerbung für Schleswig“

Weniger glücklich mit dem BOA-Programm ist man beim Freien Kultur- und Kommunikationszentrum (FKKZ) auf der Freiheit in Schleswig. „Wir finden es toll, dass das Festival stattfindet, aber die Band-Auswahl finden wir problematisch“, sagt Geschäftsführer Jan Friedrich Dünne.

Jan Friedrich Dünne.
Jan Friedrich Dünne. Foto:Bühmann

 

Mit Frei.Wild und Kevin Russell wolle man nicht in Verbindung gebracht werden. „Wir sehen das als Negativwerbung für Schleswig“, erklärt Dünne und kündigt eine friedliche Protestaktion gegen die Auftritte an. „Kommen womöglich ungebetene Besucher zum ‚Baltic Open Air‘? Wir haben auf der Freiheit schließlich auch eine Unterkunft mit syrischen Flüchtlingen.“

Internet diskutiert das BOA-Programm

Auf der Facebookseite der Schleswiger Nachrichten schlägt die Ankündigung der Deutschrocker hohe Wellen. Die Fans der Band sind dabei eindeutig in der Mehrzahl. Einige verteidigen Frei.Wild gegen den Vorwurf, rechtsextremes Gedankengut zu transportieren. „Wenn ihr euch mal die Texte anhört und nicht so naiv seid und den Medien glaubt, werdet ihr merken, dass die Band weder rechts noch links ist“, schreibt zum Beispiel „Maddin Nix“. Patrick Neff meint: „Negativ-Schlagzeilen sind unbegründet.“ Marina Rose hingegen fragt: „Haben wir nichts besseres zu bieten? So eine Band ist ein Aushängeschild für das Niveau dieser Veranstaltung...“

Mittelalter-Folk-Band „Schandmaul“ distanziert sich

Die Mittelalter-Folk-Band „Schandmaul“, die ebenfalls auf dem BOA-Lineup steht, meldet sich kurz nach Bekanntwerden des umstrittenen Headliners zu Wort. Die Musiker distanzieren sich in vorsichtigen Worten von der Gruppe, mit der sie nun gemeinsam auf dem Festival auftreten sollen – und auch von „Veritas Maximus“ mit Kevin Russell, dem Sänger der ebenfalls umstrittenen „Böhsen Onkelz“. „Die Entscheidung, welche Band für ein Festival gebucht wird, trifft alleine der Veranstalter“, schreibt „Schandmaul“ in einer Erklärung im Internet. „‚Frei.Wild‘ und ‚Veritas Maximus‘ werden nun mal von vielen Menschen gehört. Das kann man gut finden, muss man aber nicht.“

Die Musiker der Band „Schandmaul“.

Die Musiker der Band „Schandmaul“.

Foto:Imago/Future Image

Die Mitglieder von „Schandmaul“, die auch für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus bekannt sind, kündigen außerdem an: „Wir werden unseren Song ,Bunt und nicht braun‘ auch beim ‚Baltic Open Air‘ 2015 im Gepäck haben und ihn dort spielen – unabhängig davon, ob es Einzelnen gefällt oder vielleicht nicht.“

Schleswigs Bürgermeister spricht von „abstrakter Gefahr“

Anfang März ruft die Ankündigung, dass Frei.Wild nach Schleswig kommen soll, Ordnungsamt und Polizei auf den Plan. Man gehe von einer „abstrakten Gefahr“ aus, erklärt Bürgermeister Arthur Christiansen vor dem Kulturausschuss im Rathaus. Die öffentliche Diskussion um die Band und ihre mögliche Nähe zu rechtsextremem Gedankengut habe zu einer „Eskalationsspirale“ geführt, die schwer einzuschätzen sei. Vom Veranstalter Daniel Spinler erwarte er „in erheblichem Maße Vorleistungen zu erbringen, damit bestimmte Szenarien nicht eintreffen“.

Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen.
Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen. Foto:Strebos

 

An welche Szenarien er dabei denkt, sagt Christiansen nicht, er erklärt jedoch: „Wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist, löst man die Veranstaltung auf. Aber so weit muss es nicht kommen.“ Zwar verlaufen Auftritte von Frei.Wild meist ebenso friedlich wie Konzerte anderer, politisch unverdächtiger Rockbands, jedoch kommt es im Umfeld der Auftritte immer wieder zu Zwischenfällen. So hatte zum Beispiel der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Kindler berichtet, von einem Frei.Wild-Fan attackiert worden zu sein, nachdem er auf einer Kundgebung gegen ein Konzert der Band in Hannover gesprochen hatte. 

Christiansen sagt: „Diese Gruppe passt nicht zu unserer Willkommenskultur. Die können gern in Südtirol bleiben. Hier müssen wir sie nicht haben.“ Einen Auftritt von „Frei.Wild“ auf einer Veranstaltung in der Zuständigkeit der Stadt Schleswig hätte er auf keinen Fall zugelassen.

Kommunalpolitik macht Front

Im Kulturausschuss Anfang März beziehen SPD-Fraktionschef Stephan Dose und die Ausschuss-Vorsitzende Babette Tewes mit klaren Worten Stellung gegen Frei.Wild. „Diese Band ist nach meiner Auffassung klar rechtsradikal. Jede offizielle Distanzierung ist nur eine Masche“, findet Dose. An die Stadtverwaltung richtet er die Bitte, „zu prüfen, ob man da irgendwas machen kann“. Dabei ist klar: Die Stadt hat keine Chance, den Auftritt der Band zu verhindern. Das Festival findet auf privatem Grund und Boden statt.

Dr. Babette Tewes (Grüne)

Tewes ärgert sich besonders darüber, dass der Veranstalter „Frei.Wild“ verpflichtet habe, nachdem man ihm bereits mitgeteilt habe, dass man über den Auftritt von Kevin Russell, dem Sänger der ebenfalls politisch umstrittenen „Böhsen Onkelz“, nicht glücklich sei. „Wir bei den Grünen sind einigermaßen empört“, sagte die Ausschuss-Vorsitzende.

Etwas zurückhaltender äußert sich Heinrich Bömer von der CDU. „Am besten einfach ignorieren! Wir sollten die Angelegenheit nicht überbewerten, damit es sich nicht weiter hochschaukelt“, mahnt er. Dem widersprach Stephan Dose: „Wir sollten es nicht ignorieren. Die Politik hat auch die Aufgabe, Position zu beziehen.“ Dem Vorschlag von Babette Tewes, im Namen des Kulturausschusses einen Brief an Spinler zu schreiben, um Besorgnis zum Ausdruck zu bringen, widerspricht auch Bömer nicht.

Frei.Wild-Frontmann kritisiert „verlogene Gutmenschen“ und „dumme Schoßhündchen“

Die Streit um den Auftritt von Frei.Wild schlägt Wellen bis hin in die Südtiroler Heimat der Musiker. Den Artikel der Schleswiger Nachrichten über die jüngste Sitzung des Kulturausschusses hat Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger auf Seiner Facebook-Seite im Internet verlinkt – und gleichzeitig einige Schleswiger Kommunalpolitiker mit scharfen Worten attackiert. Er fragt: „Wer wählt solche verlogenen Gutmenschen überhaupt?“ Burger gibt auch gleich eine Antwort, wer seiner Meinung nach diese Wähler sind: „Menschen, die sich gerne wie ein dummes Schoßhündchen führen und verarschen lassen.“ Den Kommunalpolitikern gehe es lediglich „um die Kohle der Steuerzahler und die Anerkennung ihrer Parteigenossen“.

Gegenüber den den Schleswiger Nachrichten macht Frei.Wild-Sprecher Hannes Mur vor allem die Medien für das schlechte Image der Band verantwortlich und erklärt sich zugleich solidarisch mit Festival-Veranstalter Daniel Spinler: „Wir bedauern es ganz besonders, wenn Partner, die uns kennen und uns ihr Vertrauen schenken, massiv unter der Kritik zu leiden haben und Nachteile in der Reputation sowie unter wirtschaftlichen Aspekten erdulden müssen aufgrund von Anschuldigungen, die gar nicht sie betreffen, sondern uns und die zudem völlig fehl am Platze sind.“ Die Musiker seien bereit, am Rande des Festivals mit ihren Kritikern in eine „vorbehaltslose konstruktive Diskussion“ zu treten, erklärte Mur.

Kommunalpolitiker zeigen sich unbeeindruckt

Der SPD-Fraktionschef Stephan Dose und die grüne Ausschuss-Vorsitzende Babette Tewes zeigen sich unbeeindruckt von den Kommentaren aus Südtirol.  Dose selbst reagiert darauf mit nur einem Satz: „Die Aussagen des Herrn Burger lassen tief blicken und bedürfen keiner weiteren Kommentierung.“ Tewes bekräftigt ihre Kritik und sagt: „Herr Burger darf gerne dieser Meinung sein, das gehört zu einer freien Gesellschaft, aber er muss dann auch damit leben, dass wir für Toleranz und Gewaltfreiheit einstehen.“

Polizei freut sich auf friedliches Festival

Polizei und Ordnungsamt haben sich Anfang März in Verbindung gesetzt, um für den Fall gewappnet zu sein, dass während des Festivals Fans und Gegner von Frei.Wild aneinandergeraten. „Straftaten und andere Störungen im Zusammenhang mit der Veranstaltung werden konsequent unterbunden und verfolgt.“ Hinweise darauf bestünden bislang jedoch nicht. „Wir erwarten und freuen uns auf ein friedliches Festival“, sagt Polizeisprecher Matthias Glamann.

Kritiker rufen zu Boykott auf

Einige Wochen vor dem Festival werden Kritiker zunehmend aktiv. Im Internet formiert sich unter anderem die Facebook-Seite mit dem Namen „Keine Bühne für Nationalisten“. Sie ruft zum Boykott des BOA auf. Auf Flugblättern bleiben die Initiatoren zunächst anonym.

Spionierte die Naziszene aus und wurde enttarnt: Jörg Welzer, der heute Vorträge hält. Foto: ql
Spionierte die Naziszene aus und wurde enttarnt: Jörg Welzer, der heute Vorträge hält.

Am 9. August laden sie ein zu einer Diskussions- und Informationsveranstaltung im Hotel Hohenzollern ein. Einer der Referenten, Jörg Welzer, hatte als Sozialarbeiter und Historiker ein Jahr lang undercover in der rechten Szene recherchiert. Er spricht nun über „Rechtsoffene und Grauzonen-Musik“.

Die Anti-Frei.Wild-Initiative kündigt ein Gegen-Festival an, das am selben Wochenende wie das BOA stattfinden soll, und zwar auf dem Gelände des alternativen Kulturzentrums Luftschlossfabrik am Flensburger Harniskai.

Veranstalter: Debatte hat dem Verkauf geholfen

BOA-Veranstalter Daniel Spinler reagiert betont gelassen auf die Diskussionen. „Frei.Wild ist einfach eine Band, die im Moment extrem angesagt ist“, sagt er. Der Vorverkauf für das Festival laufe ausgesprochen gut. „Die Debatte über unsere Veranstaltung hat uns dabei ganz offensichtlich geholfen.“

„Einfach nur nationalistische Spießer.“

Anfang August diskutieren rund 50 Frei.Wild-Gegner im Hotel Hohenzollern über den Protest gegen das Baltic Open Air. Referent Jörg Welzer, der als Rechtsextremismus-Experten aus Gütersloh eingeladen war, stellte zu Beginn des Abends klar: „Ich muss jeden enttäuschen, der erwartet, dass ich sage, beim Baltic Open Air stehen Nazis auf der Bühne.“ Aus seiner Sicht sei die Band nicht rechtsradikal. „Das sind einfach nur nationalistische Spießer.“ Welzer spricht von „rechtsoffener“ Musik. „Ich wette darauf, dass die Leute, die Frei.Wild hören, Leute kennen, die echten Rechtsrock hören.“

Frei.Wild distanziert sich von Fremdenhass

Kurz vor dem BOA distanziert sich die Band deutlich von rechtem Gedankengut. Frei.Wild äußert sich aufgrund der aktuellen Flüchtlingsproblematik in Europa auf der eigenen Internetseite gegen Fremdenfeindlichkeit. In dem von den Musikern veröffentlichten Statement unter dem Titel „Die Welt ist bunt“ heißt es: „Wer Menschen, die gerade mit knapper Not einem grausamen Krieg oder einer Verfolgung aus religiösen oder anderen Gründen entkommen sind, die ihrer Heimat (und ihr wisst wie viel Heimat uns bedeutet) entfliehen mussten oder auf der Flucht ihre Liebsten verloren haben, wer solche Menschen hier wieder bedroht und terrorisiert, der ist schlichtweg ein asoziales Arschloch ohne Verstand, und, viel schlimmer, ohne Herz und hassgesteuert.“ So richten die Musiker in Richtung der Anhänger von gesellschaftlichen Bewegungen oder Parteien wie Pegida oder AfD folgende Aussage: „Ihr seid nicht willkommen, ihr seid nicht Teil von uns, verpisst euch, wir sind die gänzlich falsche Band für euch.“

Die Welt ist bunt!Und Frei.Wild's Ländereien sind es auch!☛Teilen erwünscht!☚► http://news.frei-wild.info/archiv/7B22BAB3A9D64118.htm#anker2

Posted by Frei.Wild on  Donnerstag, 13. August 2015
 
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