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Rückkehr von New York nach Hamburg : Frachtsegler „Peking“ kommt am Sonntag in Brunsbüttel an

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Schlechtes Wetter sorgt für eine Verspätung. Am Mittwoch kommt die „Peking“ in die Werft in Wewelsfleth.

Brunsbüttel | Nach 85 Jahren in der Fremde kommt die Bark „Peking“ in die Elbe zurück. Am Wochenende wird der historische Frachtsegler huckepack im Dockschiff „Combi Dock“ die Elbmündung erreichen. Geschätzte Ankunft in Brunsbüttel ist nach Angaben der Hamburger Kulturbehörde am Sonntag gegen 18 Uhr.

Mit der Rückholaktion nimmt ein schon verloren geglaubter Kampf um ein Stück schwimmender Hamburger Hafengeschichte doch noch ein gutes Ende. Schon vor vier Jahren hatten Schifffahrtsfreunde aus der Hansestadt versucht, die historische Viermastbark von New York an die Elbe zurückzuholen, waren aber am fehlenden Geld gescheitert. Im November 2015 bahnte sich dann die Sensation an: Da wurde klar, die „Peking“ kommt zurück in die Heimat. 

Am 20. September 1911 war „de Hamborger Veermaster“ bei der Werft Blohm+Voss vom Stapel gelaufen. Das 115 Meter lange Schiff und wurde zunächst als Frachtschiff für den Salpeterhandel mit Chile eingesetzt. Segel mit einer Gesamtfläche von 4100 Quadratmetern trieben die Bark mit einer Geschwindigkeit von 16 Knoten (knapp 30 km/h) über den Atlantik.

Die letzte Reise des Viermasters unter der Flagge der Hamburger Traditionsreederei F. Laeisz nach Chile war 1931/1932. Danach wurde die „Peking“ unter anderem als stationäres Ausbildungsschiff genutzt, bevor sie mehr als 40 Jahre an Pier 16 am South Street Seaport Museum in Manhattan nahe der Brooklyn Bridge lag.

Schiff kommt mit Verspätung

Die „Peking“ hatte die New Yorker Bucht vor elf Tagen verlassen. Wegen des schlechten Wetters auf dem Atlantik fuhr das Dockschiff nur langsam. Damit sollten die Schiffsbewegungen minimiert und die Belastungen für den historischen „Flying-P-Liner“ gering gehalten werden. Dadurch wird es den Angaben zufolge voraussichtlich zu acht Stunden Verspätung kommen. Das Ausladen der „Peking“ und der Schlepp nach Wewelsfleth in die Werft kann erst am Mittwoch (2. August) stattfinden.

Dort wollen Experten die „Peking“ im Trockendock in den Zustand von 1927 versetzen - samt Holzdeck und der ursprünglichen Laderäume, in denen Salpeter und Schüttgut gesegelt wurden. Auch das Unterwasser-Schiff muss nachgebaut werden, wenn die „Peking“ wie erhofft zum Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg werden soll. Der Peters-Werft in Wewelsfleth liegt als To-do-Liste schon jetzt ein 300 Seiten langes Leistungsverzeichnis vor. 26 Millionen Euro sind von den insgesamt 120 Millionen Euro aus Bundesmitteln für die Rückholung und Restaurierung eingeplant.

Ihren letzten Liegeplatz soll die „Peking“ voraussichtlich an den 50er Schuppen am Hansahafen gegenüber der Elbphilharmonie bekommen. Nach Angaben der Stiftung Hamburg Maritim wird sie nie mehr auf eigenem Kiel segeln können. Der Deutsche Wetterdienst DWD will die Jungfernfahrt der „Peking“ von 1911 anhand historischer meteorologischer Schiffsjournale nachzeichnen.

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erstellt am 28.Jul.2017 | 10:25 Uhr

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