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Mit Wetteraussicht : Fototipps: So fangen Sie das Silvester-Feuerwerk mit der Kamera ein

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ISO, Blende, Belichtungszeit: Wenn alle Kameraeinstellungen stimmen, muss nur noch das Wetter mitspielen.

Für viele ist ein großes Feuerwerk in der Silvesternacht der krönende Abschluss des Jahres. Die bunten Lichter mit der Kamera festzuhalten, ist allerdings kein leichtes Unterfangen. Dazu kommt, dass einem im Winter oft das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht. Damit es mit den Bildern trotzdem etwas wird, haben wir einige Tipps rund um die richtige Ausrüstung und Einstellung der Kamera für Sie zusammen gestellt.

Vorbereitung

Silvester mit dem Feuerwerk und Rakten am Hafen in Flensburg.

Silvester mit dem Feuerwerk und Rakten am Hafen in Flensburg.

Foto: Michael Staudt

Die Vorbereitung beginnt bei der Ausrüstung. Eine Kamera, bei der man alle Einstellungen manuell vornehmen kann und ein Stativ sind die wichtigsten Utensilien für die Aufnahmen. Überprüfen Sie aber auch, ob der Akku der Kamera aufgeladen und noch genügend Platz auf der Speicherkarte vorhanden ist. Hilfreich sind in einer kalten Silvesternacht außerdem warme Kleidung, Handschuhe und vielleicht eine kleine Taschenlampe.

Bei der Wahl des Standortes der Kamera sollte man zunächst auf einen festen Stand achten und dass nicht zu viel Licht von der Seite in die Kamera einfällt (zum Beispiel durch eine Laterne). Dafür lohnt es sich an Silverster auch große Menschenmengen zu meiden, da diese mit kleineren Feuerwerken vom eigentlichen Motiv ablenken.

Außerdem hat man zum Beispiel von einer Erhöhung oft einen schönen Blick auf die Stadt und deren Wahrzeichen. Die Umgebung, die auch auf dem Bild zu sehen ist, spielt eine wichtige Rolle und macht das Bild zu etwas Besonderem. Ideal ist es, wenn man vor sich ein Gewässer hat, in dem sich das Feuerwerk spiegelt. Sobald man seinen Standort gefunden hat, kann man erste Probeaufnahmen machen und seine Einstellungen anpassen.

Belichtungszeit

Vor der Kulisse der Standpromenade in Westerland auf Sylt steigen zum Jahreswechsel Raketen in die Höhe.

Vor der Kulisse der Standpromenade in Westerland auf Sylt steigen zum Jahreswechsel Raketen in die Höhe.

Foto: Heiko Lossie/dpa

Bei der Belichtungszeit darf man experimentieren, denn die optimale Belichtungszeit gibt es in der Feuerwerksfotografie nicht. Wie viele Sekunden oder gar Minuten man ein Bild belichten möchte, hängt davon ab, wie sicher die Kamera auf dem Stativ steht und bei welcher Zeitspanne die Leuchtspuren am vorteilhaftesten abgebildet werden.

Möchte man lediglich eine oder zwei Raketen ablichten, reicht meist schon eine Belichtungszeit von vier bis acht Sekunden. Aber auch Variationen bis hin zu mehreren Minuten sind möglich. Sollte die Kamera über eine BULB-Funktion verfügen, empfiehlt es sich, diese auch zu nutzen. Damit lässt sich die Belichtungszeit beliebig einstellen. Je länger die Belichtungszeit eingestellt ist, desto mehr Feuerwerkskörper werden auf dem Bild zu sehen sein.

ISO-Wert

Der ISO-Wert sollte möglichst niedrig sein, um das Schwarz des Nachthimmels gut abzubilden und ein Bildrauschen zu vermeiden. Empfohlen wird eine Lichtempfindlichkeit zwischen ISO 100 und 200.

Blende

Das Feuerwerk über Flensburg beim Jahreswechsel 2016.

Das Feuerwerk über Flensburg beim Jahreswechsel 2016.

Foto: Marcus Dewanger

Da bei der Feuerwerksfotografie lange belichtet wird sollte man die Blende nicht zu weit öffnen, damit nicht zusätzlich viel Licht über das Blendenloch einfällt. Dennoch gibt es auch hier keine Universallösung. Man kann aber sagen, dass zwischen Blende 10 und 16 gute Ergebnisse möglich sind. Sollte das Bild trotzdem insgesamt zu dunkel sein, kann man auch einen Blendenwert von 8 in Betracht ziehen.

Objektiv/Brennweite

Um einen möglichst großen Bereich des Himmels einzufangen, empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv. Wenn man bereits im Vorfeld weiß, wo sich das Feuerwerk abspielt, kann man aber auch ein Teleobjektiv verwenden.

Schärfe/Fokus

Den Autofokus sollte man bei den Feuerwerksaufnahmen ausschalten. Stattdessen sollte der Fokus manuell eingestellt werden, zum Beispiel indem man den Fokusring auf das Unendlich-Symbol stellt. Dann werden alle Motive, auch die sich weiter entfernt von der Kamera befinden, scharf gezeichnet.

Zeitpunkt

Silvesterfeuerwerk am Flensburger Hafen.

Silvesterfeuerwerk am Flensburger Hafen.

Foto: Marcus Dewanger

Wegen der Rauchentwicklung bei dem Feuerwerk hat man nur ein paar Minuten Zeit, um ein gutes Foto zu schießen. Falls es windstill ist, gilt es, die Aufnahmen möglichst zu Beginn des Feuerwerks zu schießen. Um das Problem zu vermeiden kann man das Bild zum Beispiel von einem Hügel oder einem hohen Gebäude schießen, von dem man das Feuerwerk von oben überblicken kann. Dann geht es nur noch um das richtige Timing. Am besten sollte man es schaffen, kurz vor der Raketenexplosion den Auslöser zu drücken.

Viele Fotos machen

Wer viele Fotos schießt, hat später auch eine große Auswahl an Bildern, unter denen sich sicherlich einige gelungene befinden. Eine Möglichkeit ist es außerdem, die Serienbildfunktion zu nutzen, da man oft nicht einschätzen kann, in welchem Moment die Rakete explodiert und farbenprächtig aufleuchtet. Besonders schwer ist es bei einer kurzen Belichtungszeit. Bei vielen Fotos in Folge erhöhen Sie Ihre Chance, dass das optimale Bild darunter ist.

Stativ

Dieses Bild ist bei einem Veranstaltungsfeuerwerk ohne Stativ aufgenommen worden. Die Kamera mit Weitwinkelobjektiv wurde auf den Boden gelegt.

Dieses Bild ist bei einem Veranstaltungsfeuerwerk ohne Stativ aufgenommen worden. Die Kamera mit Weitwinkelobjektiv wurde auf den Boden gelegt.

Foto: Marcus Dewanger

Wie bereits erwähnt, ist bei einer längeren Belichtungszeit ein Stativ, auf dem die Kamera sicher steht, notwendig. So kann das Bild nicht verwackeln. Wenn man kein Stativ zu Hand hat, kann man die Kamera auch auf einen festen Platz zum Beispiel am Boden oder auf eine Mauer stellen. Dabei sollte man außerdem mit dem Selbstauslöser oder einem Fernauslöser fotografieren, damit es durch das Auslösen an der Kamera nicht zu Verwackelungen kommt.

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen

Wenn man all diese Tipps beachtet, steht einem schönem Bild von dem Silvesterfeuerwerk nichts mehr im Wege. Es sei denn, das Wetter spielt nicht mit. Laut dem Kieler Meteorolgen Sebastian Wache von der Kieler WetterWelt befinden wir uns zum Jahreswechsel auch wettertechnisch in einer Übergangsphase.

Am 31. Dezember zieht vom Süden her eine Tiefdruckfront in den Norden und bringt dichte Wolken. Somit wird der letzte Tag des Jahres eher trüb und wolkenverhangen. „Besonders, wenn die Menschen abends anfangen Raketen abzuschießen, kann es neblig und dunstig werden. Vereinzelt kann es dann auch schon leicht regnen“, so Wache. Zu kräftigerem Regen kommt es allerdings erst am Nachmittag im neuen Jahr.

Hinderlich könnte jedoch der Wind insbesondere an den Küsten werden. Schon am Samstag kommt es zu starken Böhen mit sechs bis sieben Windstärken. Am Sonntag könnte es sogar stürmisch werden. „Dafür bleiben die Temperaturen in der Silvesternacht aber mit drei bis vier Grad im Süden und sieben Grad im Norden Schleswig-Holsteins relativ milde“, beruhigt Wache. Kälter wird es dann erst ab dem 2. Januar mit zwei bis drei Grad am Tag und bis zu minus zwei Grad in der Nacht. Dann kann es auch zu Bodenfrost kommen.

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erstellt am 29.Dez.2016 | 20:30 Uhr

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