Flottenkommando: Wie lange bleibt das MOC?

Das Flottenkommando in Glücksburg: Wann gehen hier wieviele der 920  Dienstposten verloren? Foto: Staudt
Das Flottenkommando in Glücksburg: Wann gehen hier wieviele der 920 Dienstposten verloren? Foto: Staudt

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01. März 2012, 03:59 Uhr

Glücksburg | Die Tage des Führungsstabs im Flottenkommando sind gezählt: Ab 1. April werden die Führungsstäbe aufgelöst. Der Führungsstab Marine nimmt dann keine ministeriellen Aufgaben mehr wahr und wird zum "Stab Inspekteur marine" umgewandelt. Dieser soll zum 1. Oktober gemeinsam mit dem heutigen Marineamt und Flottenkommando zum Marinekommando in Rostock überführt werden und zu diesem Zeitpunkt seine Aufgaben aufnehmen. Das geht aus dem Sachstand zur Feinplanung des Bereiches Marine aus dem Verteidigungsministerium hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Dort steht auch: Zum Marinekommando gehört das "Maritime Operations Center" (MOC) - das technische Herzstück im Bunker von Meierwik, das von der Flensburger Förde aus Schiffsverkehre weltweit kontrolliert. Die zentrale Frage in Glücksburg und in der Region. Wie lange bleibt das MOC, zu dem immerhin rund 400 der 920 Dienstposten des bisherigen Flottenkommandos gehören, der Flensburger Förde noch erhalten?

Ein kurzfristiger Umzug des MOC, aber auch weiter Teile des Flottenkommandos droht offenbar nicht. Die Zukunft des MOC schätzte der Flensburger Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen gestern in Berlin so ein: Der neue Sachstand habe keinerlei Auswirkungen auf die 400 Dienstposten des MOC: "Es ändert sich nur die Zuordnung zum Marinekommando." Also zunächst kein Umzug des MOC: "Die bleiben in Glücksburg", gibt sich Börnsen optimistisch: "Dafür haben wir ja gestritten. Alles andere wäre ja auch wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial nicht vertretbar." Ins MOC sind nach seinen Angaben seit den späten 90er Jahren Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe geflossen.

Im Flottenkommando sieht man durch das in Berlin kursierende Planungspapier keine grundlegend neue Entwicklung: "Unser Zeitstrahl steht weiterhin bis zum Jahr 2016", erklärte gestern Flottenkommando-Sprecher Christoph Gause in Glücksburg. Einziger feststehender Termin sei, dass das Marinekommando am 1. Oktober in Rostock starte. Alles weitere sei im Fluss - mit dem Zeithorizont bis 2016: "Eine Detailplanung gibt es noch nicht."

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