Flensburgs erster Bildungsökonom

Profilbildend: Harry Maier
Profilbildend: Harry Maier

shz.de von
06. Januar 2011, 03:59 Uhr

Flensburg | Die Universität Flensburg trauert um den Vater der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge: Professor Harry Maier starb am zweiten Weihnachtsfeiertag nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren in seiner Geburtsstadt Berlin.

Der Bildungsökonom Maier, der noch zu DDR-Zeiten in den Westen flüchtete, wirkte von 1990 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 30. September 1999 an der Uni. Er galt als angesehener Wissenschaftler auf seinem Gebiet, in dem er sich mit der Rolle der Bildung in wirtschaftlichen Kontexten beschäftigte.

Maier war aber nicht nur Lehre und Forschung eng verbunden, sondern prägte mit seinem strategischen Weitblick auch die universitäre Landschaft. Nachdem die SPD Ende der 80er Jahre die CDU in Kiel an der Regierung abgelöst hatte, bedeutete dies auch das Aus für eine der ersten Privat-Unis in Schleswig-Holstein, für die Nordische Universität, deren Chef Harry Maier damals war. Durch seinen Einsatz wurden daraufhin die Studiengänge der Wirtschaftswissenschaften in die Pädagogische Hochschule (PH) in Flensburg integriert - und Maier zum ersten Professor für Wirtschaftswissenschaften in Flensburg. Die PH entwickelte sich damit letztlich zu einer vollwertigen Universität. "Ohne Harry Maier gäbe es heute keine Uni Flensburg", sagt Professor Werner Fröhlich, der lange Jahre mit Maier arbeitete.

Mit seinem Engagement, seiner liebevollen Hartnäckigkeit initiierte Maier auch die grenzüberschreitende Kooperation und baute den ersten deutsch-dänischen Studiengang für betriebliche Bildung und Management auf. Er gilt daher als Vater des Internationalen Instituts für Management, das heute wesentlich zur Profilbildung der Universität beiträgt. Auch hatte Maier gegen viele Widerstände die deutsch-spanischen Studiengänge auf den Weg gebracht.

Hartnäckig und stringent verfolgte Harry Maier seine Ziele, vergaß dabei aber nie soziale Aspekte und hatte immer ein offenes Ohr für seine Studenten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen