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Bier-Produktion : Flensburger Brauerei trotzt Bundestrend und setzt mehr Bier ab

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Brauer bei Flensburger haben 2016 ihren Absatz erneut steigern können - und in Abfülltechnik investiert.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2017 | 09:59 Uhr

Flensburg | Zwei Zahlen, die die Situation der Flensburger Brauerei kennzeichnen und die Geschäftsführer Andreas Tembrockhaus am Freitag in der Jahresbilanz mit Stolz präsentierte: Um 0,7 Prozent schrumpfte der deutsche Biermarkt, um 6,5 Prozent steigerte das Flensburger Unternehmen seinen Absatz. In fast allen Marktbereichen läuft es gut. „Die Geschäfte machen Spaß“, freut sich der Chef.

Auch wenn das Sommerwetter den Absatz nicht unterstützte: 30.000 Hektoliter produzierte die Brauerei 2016 mehr im Vergleich zum Vorjahr und steigerte damit den Ausstoß auf 550.000 Hektoliter.

Das Pilsener erobert Berlin

Stütze des Absatzes ist nach wie vor das Pilsener, das immer neue Freunde findet. Auf dem norddeutschen Markt ist es erfreulich fest verankert, hat jetzt auf seinem Eroberungszug Berlin erreicht. Mit Vergnügen berichtet Andreas Tembrockhaus von Besuchen in skurrilen Clubs in Berlin-Kreuzberg, in denen Flensburger Pilsener getrunken wird. Und auch im Bierland Nordrhein-Westfalen findet das „Flens“ immer mehr Freunde, die ihrer Stamm-Marke untreu werden und zur Flasche mit dem Bügelverschluss greifen. Die Verantwortlichen des Unternehmens erklären sich das Phänomen damit, dass Urlauber das herbe Bier in Schleswig-Holstein kennengelernt haben und in Erinnerung an einen schönen Urlaub gerne einen Kasten Pils kaufen. Ähnliche Neigungen scheinen auch die Baden-Württemberger zu haben. Und auch der Export lässt die Zahlen sprudeln. Der Absatz in China, Russland, Italien und England macht den Flensburgern Freude.

Die starke Stamm-Marke Flensburger Pilsener bedeutet für das Team des Unternehmens: „Wenn die Mutter stark ist, können wir spielen.“ Die Ergebnisse dieser Spielereien: „Flensburger Edles Helles“ steht mit einer Wachstumsrate von 33 Prozent an der Spitze, gefolgt von Flensburger Radler (+17 Prozent) und Flensburger Alkoholfrei (+17 Prozent). „Fassbrause läuft auch gut.“ Der Geschäftsführer mit Blick auf die Gesamtentwicklung: „Das macht schon Spaß. Wir versuchen, so weiterzumachen. Jetzt hat uns der Ehrgeiz gepackt.“ Den Markt halten die Flensburger Brauer für gesättigt. „Es bleibt die Verdrängung. Dafür haben wir die richtigen Produkte.“

Zum guten Geschäft gehört auch die Kontinuität der Marke. Dazu gehört für die Flensburger das Festhalten am unverwechselbaren Bügelverschluss, an den Etiketten. Selbstverständlich wird der Geschmack des Pilsener nicht angetastet. Und auch die Werbung bleibt geprägt durch die Spots mit den norddeutschen Typen und ihren coolen Sprüchen.

Kontinuität präge auch den Umgang mit den Mitarbeitern. Dazu gehörten faire Bezahlung und motivierende Führung mit genügend Freiraum für sie. „Vertrauenskultur ist besser als Controllingkultur. Wir sind hier keine Diktatur. Die leitenden Mitarbeiter haben nicht die Weisheit mit den Löffeln gefressen. Aber gute Führungskräfte sollten sie sein.“ Die Brauerei profitiere von den Impulsen, die die Mitarbeiter ins Unternehmen einbrächten. So sei ein Auszubildender der Brauerei zum besten Brauer und Mälzer bundesweit ausgezeichnet worden.

Neue Braukunst

Ein anderes Beispiel: Richtig Spaß gemacht hat den Spezialisten das Austüfteln der beiden neuen Biersorten unter dem Motto „BrauArt“ (Braukunst). Die neuen Biere „Blonde“ und „Dark Amber“ kommen in der nächsten Woche in den Handel.

Immer bleiben die Flensburger den hochwertigen Bieren treu. Und daran orientieren sich auch die Preise für die Produkte. Es habe keinen Zweck, mit Schleuderpreisen auf einen rückläufigen Markt zu reagieren , wie es mancher Mitbewerber praktiziere. Tembrockhaus: „Das ist schade für das Image des Bieres.“

Investitionen in neue Technik

Eine solche Entwicklung des Absatzes ist nicht ohne Investitionen zu leisten, zumal die Technik in die Jahre kommt. Die Brauerei investiert zwischen 2015 und 2017 bei laufendem Betrieb 25 Millionen Euro. Kernstücke sind die beiden neuen Abfüllanlagen. Die eine wird zurzeit optimiert, die zweite soll ab März aufgebaut werden, schilderte gestern der technische Geschäftsführer Hans-Peter Heyen.

Gerät die Flensburger Brauerei mit ihrem erfolgreichen Kurs in das Visier einer der Großen auf dem Biermarkt, die sich von einer Übernahme bessere Geschäfte versprechen könnten? Andreas Tembrockhaus ist sicher, dass das Risiko gering ist. Nach seinen Worten stehen die Eigentümer treu zum Unternehmen, und eine bessere Rendite sei kaum zu erzielen.

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