Eckernförder Bucht, Flensburger und Kieler Förde : Fischsterben in der Ostsee: Sauerstoff teilweise kaum noch messbar

Weitere angespülte Fische, die tot am Strand liegen.

Weitere angespülte Fische, die tot am Strand liegen.

An den meisten Messstellen wird der Sauerstoffzielwert deutlich unterschritten.

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15. September 2017, 17:12 Uhr

Kiel/Eckernförde/Flensburg | Auffälliges Fischsterben in der westlichen Ostsee: Bei dem alljährlich auftretenden Phänomen von Sauerstoffmangel sind diesmal deutlich mehr flache Bereiche betroffen als in den Vorjahren. Wie das Kieler Umweltministerium am Freitag mitteilte, sei hier der sogenannte Sauerstoffzielwert an vier von sieben Messstellen und im Tiefenwasser an 26 von 29 Messstellen unterschritten worden. An einigen Stellen sei Sauerstoff sogar kaum messbar gewesen.

Viele Kleinfische, aber auch Dorsche, Plattfische, Meerforellen und Aalmuttern werden daher tot an Land gespült. Hauptursache ist einer Sprecherin zufolge der hartnäckige Südwestwind in den austauscharmen Wassergebieten. Sie sprach von einer „Schichtung des Wasserkörpers“, die etwa vier Monate dauere: „Dabei liegt wärmeres, salzarmes Oberflächenwasser über kälterem, salzreichem Tiefenwasser.“ In bis zu 17 Metern Wassertiefe gebe es dadurch eine Schicht, die keinen Sauerstoff durchlasse. Am Meeresboden finden mikrobielle Abbauprozesse statt, die Sauerstoff zehren, aber nicht bekommen. Dadurch kommt es zu Sauerstoffmangel. In einigen Bereichen sei zudem giftiger Schwefelwasserstoff nachgewiesen worden, offenbar eine Folge von Einleitungen aus der Landwirtschaft. 

In den vergangenen Tagen waren auffällig viele tote Fische am Eckernförder Strand, in Bockholm in der Flensburger Förde und in der Kieler Förde angespült worden.

 
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