zur Navigation springen

Filmfest Schleswig-Holstein zeigt kurze Wege zum Ruhm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von heute an präsentiert die Filmszene des Landes sich und ihre Arbeit

<p>Martin Schulte ist Leiter der Kulturredaktion des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags.</p> von
erstellt am 17.Mär.2016 | 10:32 Uhr

In fünf Minuten berühmt werden. Unmöglich? Rike Hoppe und Dennis Stormer versuchen zu erklären, wie es geht – in ihrem Film „The quick guide how to get famous in five minutes“. Die beiden Filmemacher, die in Kiel aufgewachsen sind und heute in Berlin und Ludwigsburg leben, versprechen, dass man anhand ihres Films in wenigen Schritten populär wird. „Es ist ganz einfach. Es geht von zu Hause.“ Doch zuvor muss man das Zuhause verlassen und in die Kieler Pumpe gehen, um den Kurzfilm beim Filmfest Schleswig-Holstein zu sehen (Morgen, 18.30 Uhr). So viel sei verraten: Man benötigt eine Katze, ein Baby, eine Ukulele und sehr viel Humor.

Von heute bis Sonntag zeigt das Festival das vielfältige Filmschaffen aus, in und über Schleswig-Holstein. Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilme sowie Installationen stehen auf dem Programm. Heute wird das Filmfest um 19 Uhr mit Rainer Niermanns skurrilem Kurzfilm „Das tote Pferd von Plön“ und der Dokumentation „Viacrucis Migrante – Kreuzweg der Migrant_innen“ von Hauke Lorenz eröffnet. In seiner einstündigen Dokumentation begleitet der Hamburger Flüchtlinge auf ihrem Weg aus Mittelamerika in Richtung USA. Man sieht, die Flüchtlingskrise ist nicht nur ein europäisches Problem. „Der Film behandelt ein hochaktuelles Thema, das beim anschließenden Empfang sicher für viel Gesprächsstoff sorgen wird“, so die Veranstalter. Die Filmemacher werden anwesend sein und Rede und Antwort stehen.

Einige Filme sind kurz, andere lang. Einer dauert glatt sieben Stunden. Filmemacherin Sabine Linse zeigt morgen in ihrem Film „Rites de passage II – The cave“ (14 Uhr), der vor einem Eiskellerberg gedreht wurde, eine fast endlose Dämmerung. Ein magischer Ort, wo einst im Sommer Lebensmittel konserviert wurden.

Zurück zum Streben nach Berühmtheit: Spannend ist auch zu sehen, ob ein Hamburger Paar mit einem eigenen Theaterprogramm in New York Erfolg hat. Der 1977 in Kiel geborene Filmemacher Ole Zapatka hat Michael und Jennifer Ehnert begleitet und zeigt in seinem Film „Kissin’ the Apple“ (morgen, 14.30 Uhr), wie es der Schauspielerin ergeht. Jennifer hat jahrelang in New York gelebt, aber Michael beherrscht die englische Sprache nur schlecht. Kann man von Hamburg aus Auftritte in der Theaterhauptstadt der Welt organisieren? Wird jemand zu den Vorstellungen kommen? Die beiden planen auf jeden Fall mehr als fünf Minuten ein, um berühmt zu werden.

Die Vorstellung „Kieler Kurze“ gehört am Freitag um 18.30 Uhr zum Pflichtprogramm. Fünf Filme mit klarem Kiel-Bezug sorgen für einen abwechslungsreichen Kinobesuch, unter anderem die Fußball-Dokumentation „Westring 501“ über den letztjährigen Aufstiegsversuch von Holstein Kiel. Auch wenn es nicht geklappt hat und die Mannschaft aktuell im Mittelfeld der dritten Liga steht, ist das Team Schleswig-Holsteins erfolgreichste Fußball-Mannschaft.

Am Sonnabend geht es dann ebenso vielseitig weiter, wenn Kurt Denzer seinen Film „Erinnerungen an Masuren und Danzig“ (14.30 Uhr) präsentiert und die plattdeutsche Regional-Doku „Utbüxen kann keeneen“ (16.30 Uhr) läuft. Nach dem traditionellen Kurzfilmabend um 20.30 Uhr findet die Preisverleihung statt. Mal sehen, wer hier zu Ruhm gelangt, aus dem eine Berühmtheit erwachsen kann. Das Filmfest klingt am Sonntag mit einer weiteren Vorführung von „Viacrucis Migrante – Kreuzweg der Migrant_innen“ um 15 Uhr und dem Kurzfilmprogramm um 17 Uhr aus.


Alle weiteren Informationen und das vollständige Festivalprogramm stehen unter www.filmfest-sh.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen