Lauenburg : Feuerwehr zieht Pferd aus dem Elbe-Lübeck-Kanal

Die Einsatzkräfte zogen das Pferd aus dem Wasser – für sie war es ein ungewöhnlicher Einsatz.
Die Einsatzkräfte zogen das Pferd aus dem Wasser – für sie war es ein ungewöhnlicher Einsatz.

Zwei 18-Jährige reisen mit ihren Pferden von Bayern an die Ostsee. Nun kam es zum unfreiwilligen Zwischenstopp.

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31. August 2018, 16:05 Uhr

Seit zwei Monaten sind Simone Hage und Valeska van den Berg bereits mit ihren drei Pferden unterwegs – von Aichach bei Augsburg in Bayern wollen die beiden 18-Jährigen zur Ostsee. Doch am Freitag kam es in Lauenburg zu einem unfreiwilligen Zwischenstopp: Sillero, eines der drei Pferde des Duos, rutschte beim Trinken in den Elbe-Lübeck-Kanal - und kam nicht mehr heraus. Nach eineinhalb Stunden gelang den zu Hilfe gerufenen Feuerwehrleuten die Rettung.

Um 12 Uhr ging der Notruf am Freitag in der Einsatzleitstelle ein. An der Hafenstraße solle sich ein Pferd im Wasser befinden, so die Meldung. „Wir sind sofort mit einem Löschzug ausgerückt und haben auch unser Rettungsboot 'Elbe I' besetzt. Allerdings war an der Hafenstraße nichts zu entdecken, sodass wir weiter am Kanal gesucht haben", berichtet Lauenburgs Feuerwehrchef Lars Heuer.

Kurz vor der Kanalbrücke zwischen Buchhorst und Lanze stießen die Einsatzkräfte dann auf die beiden jungen Reiterinnen und einen Mann, der zufällig mit seinem Schlauchboot vorbeigekommen war und bereits zu helfen versuchte. Heuer: „Das Pferd war an der Uferkante ins Wasser gestürzt und kam von alleine nicht zurück.“

Großtierrettungen sind für Lauenburgs Feuerwehr selten, sie sind eher beim Stichwort „Katze im Baum“ gefordert. Gegen 13.20 Uhr gelang es schließlich, Sillero per Muskelkraft soweit auf die Uferkante zu ziehen, dass er aus eigener Kraft, wenn auch auf wackeligen Beinen, aufstehen konnte. Das Tier war unterkühlt und hatte einen geschwächten Kreislauf, aber ansonsten hat es das unfreiwillige Bad gut überstanden, so der Tierarzt.

Rettungsassistenten und ein Notarzt kümmerten sich um die beiden Reiterinnen, die lange im Wasser und stark unterkühlt waren. In einem Rettungswagen konnten sie sich wieder aufwärmen. Wechselkleidung haben sie nicht dabei, sie sind nur mit drei Pferden und einem Hund unterwegs. „Ich habe es kommen sehen, aber da war es bereits zu spät, ich konnte Sillero nicht mehr stoppen“, erzählte Valeska van den Berg. Sie und ihre Freundin bedankten sich überschwänglich bei den Rettungskräften.

Ihren Weg gen Ostsee wollen sie in den kommenden Tagen fortsetzen, sobald sich alle auf zwei und vier Beinen aus der besonderen Reisegruppe von dem Schreck erholt haben. Aufgeben gibt es so kurz vor dem Ziel nicht, waren sich Simone Hage und Valeska van den Berg einig.

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