Norderstedt : Feuer im Keller: Schäferhündin rettet Bewohner

Die Hündin machte Familie Bartz auf den Brand aufmerksam. Die Feuerwehr war über zwei Stunden im Einsatz.

shz.de von
03. August 2018, 20:49 Uhr

Norderstedt-Glashütte | „Unser Hund hat uns – wenn nicht das Leben, dann zumindest die Gesundheit gerettet“, sagte Gabriele Bartz aus Norderstedt-Glashütte und streichelt ihre 13 Jahre alte Schäferhündin Lena. „Ich war in der Küche und habe gekocht. Plötzlich waren die Platten aus. Dann habe ich etwas gerochen. Aber ich dachte, dass irgendwo die Nachbarn grillen. Doch dann hat Lena laut gebellt. Das tut sie sonst nur, wenn jemand kommt. Erst da habe ich bemerkt, dass der Qualm aus unserem Keller kam“, berichtete die 71-Jährige.

Die Nachbarn riefen die Feuerwehr. „Ich konnte das ja nicht mehr. Ich habe es noch gerade – dank Lena – geschafft, aus dem Obergeschoss nach unten zu laufen. Unser Telefon hatte keinen Strom – also konnte ich nicht heraus telefonieren“, sagte Paul Bartz (76). Selbst sein Auto konnte er nicht aus der Gefahrenzone bringen: „Der Schlüssel ist drin“, sagte er. Ein Feuerwehrmann fuhr den blauen VW Touran später zur Seite.

Familie Bartz mit der tapferen Hündin Lena.
Florian Büh

Familie Bartz mit der tapferen Hündin Lena.

 

Das Feuer im Keller des Reihenhauses am Alsterstieg könne nur durch einen technischen Defekt entstanden sein, sagen die Bewohner: „Wir haben eine ganz neue Tiefkühltruhe. Aber die kann es doch eigentlich auch nicht sein.“

Mehrere Trupps unter Atemschutz mussten eingesetzt werden, „da die Außentemperaturen die Regeneration verlängert“, so Feuerwehreinsatzleiter Jürgen Klingenberg, stellvertretender Gemeindewehrführer. „Ansonsten ist das sehr gut, wenn die Anwohner schon draußen stehen und uns Informationen geben können.“ Aufgrund des Intensität  des Kellerbrandes wurden zwei Wehren alarmiert – die Ortswehren Glashütte und Harksheid. Auch ein Rettungswagen stand bereit. Nicht nur für die Bewohner. Auch, sollte einem der Einsatzkräfte etwas zustoßen.

Sorge um austretendes Gas

Während des Einsatzes roch es zudem an der Einsatzstelle nach Gas. „Zwar hat das Haus einen Anschluss – aber dieser kann nicht beschädigt sein“, glaubt Bewohner Paul Bartz. Dennoch wurden alle benachbarten Anwohner aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Erst nachdem die Stadtwerke Norderstedt die Lage überprüft hatten, konnten sie zurück in die eigenen Räume.

Gabriele Bartz rief währenddessen eine ihrer zwei Töchter an. Diese arbeitete zu dem Zeitpunkt zwar noch, konnte ihre Eltern aber später in ihrer Wohnung aufnehmen: „Unsere andere Tochter ist gerade heute nach England abgereist.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen