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Dobrindt zur Infrastruktur in SH : Fehmarnsund offen, kein Tunnel statt Hochbrücke

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Ein oder zwei Brücken, oder doch eine Tunnel-Lösung? In puncto Fehmarnsundbrücke ist doch noch alles offen, versichert Bundesverkehrminister Dobrindt - und korrigiert damit Äußerungen seines Staatssekretärs Ferlemann.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2014 | 17:28 Uhr

Kiel | Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat klargestellt, dass es noch keine Vorentscheidung über den Ersatz für die altersschwache Fehmarnsundbrücke gibt. Er habe sich mit Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) verständigt, neben dem Neubau von zwei Brücken im weiteren Verfahren auch andere Varianten noch einmal näher zu betrachten, sagte Dobrindt am Donnerstag in Kiel beim Abschluss des Verkehrsministertreffens der Länder.

Damit korrigierte Dobrindt seinen Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann. Dieser hatte Anfang September erklärt, der Bund wolle die Ostsee-Insel Fehmarn über zwei neue Brücken für Straße und Schiene mit dem deutschen Festland verbinden. Eine vom Bund in Auftrag gegebene Studie beleuchtet verschiedene Konstellationen für eine Schienen- und Straßenverbindung nach Fertigstellung des von Dänemark geplanten Fehmarnbelttunnels. Die Varianten reichen von einem gemeinsamen oder getrennten Neubau für Schiene und Straße bis hin zum Bau eines kombinierten Tunnels.

Meyer sagte, er sei dankbar für Dobrindts Signal. „Denn das ermöglicht uns, auch die Betroffenen in der Region bei den künftigen Planungen besser mitzunehmen.“ Die EU-weite Ausschreibung für die Planung einer neuen Sundquerung soll noch in diesem Jahr starten, ebenso eine erste von Meyer initiierte Regionalkonferenz auf Fehmarn. Die bestehende Sundbrücke reicht den Ministern zufolge für das derzeitige Verkehrsaufkommen. Fest stehe aber auch, dass spätestens mit der geplanten Freigabe des Belttunnels im Jahr 2022 der Verkehr ansteigen werde. „Wir müssen also im Schulterschluss mit dem Bund erreichen, dass die Zeitlücke zwischen Fertigstellung des Belttunnels und der Sundbrücke so kurz wie möglich bleibt“, sagte Meyer.

Als Ersatz für die Rader Hochbrücke bei Rendsburg kommt eine Tunnellösung praktisch nicht mehr in Betracht. Die Hochbrücke hat nur noch eine Nutzungsdauer von zwölf Jahren. „Wir sehen weder in zeitlicher noch in finanzieller Hinsicht Spielraum dafür, die Brücke durch einen kombinierten Straßen- und Schienentunnel zu ersetzen“, sagte Dobrindt. Die Kosten für ein solches Bauwerk werden wegen der langen Anfahrrampen auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt.

Einen Brücken-Neubau mit sechs statt bisher vier Fahrspuren hält Dobrindt angesichts des Zeitdrucks für problematisch. Er verwies darauf, dass dann ein neues Planungsverfahren notwendig wäre, das Klagemöglichkeiten eröffne. „Die Rader Hochbrücke ist für den Verkehr im Norden von hoher Bedeutung. Wir werden alles unternehmen, um den Ersatzneubau rechtzeitig fertigzustellen“, sagte Dobrindt. Meyer nannte als oberste Maxime, in genau zwölf Jahren für die A7 eine leistungsfähige Querung über den Nord-Ostsee-Kanal zu haben.

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