Kinderschutzbund : Fehlende Lehrkräfte und Bäder: Nur die Hälfte der Viertklässler kann schwimmen

Fehlende Lehrkräfte, weite Anfahrten zu Bädern und teurer Unterricht sind Gründe, warum immer weniger Kinder schwimmen können.

Fehlende Lehrkräfte, weite Anfahrten zu Bädern und teurer Unterricht sind Gründe, warum immer weniger Kinder schwimmen können.

An einem Viertel der Grundschulen wird in der vierten Klassen kein Schwimmunterricht angeboten.

shz.de von
14. August 2018, 18:09 Uhr

Rendsburg | Jeder zweite Viertklässler in Schleswig-Holstein kann nach Angaben des Kinderschutzbundes (DKSB) nicht schwimmen oder hat dabei Schwächen vorzuweisen. Ein besonderes Augenmerk auf dieses Thema legt auch Eka von Kalben, Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Zum Auftakt ihrer Sommertour „Schwimmen lernen!“ war der Landesverband des DKSB Gastgeber im Schwimmzentrum an der Untereider in Rendsburg.

Dass an rund einem Viertel der 394 Grundschulen im Land kein Schwimmunterricht in den vierten Klassen angeboten wird, sei eine betrübliche Tatsache, so von Kalben. „Es kann auch nicht sein, dass mehr als die Hälfte der Kinder in Schleswig-Holstein nicht schwimmen kann.“ Das könne man so nicht hinnehmen.

 Vor Ort machte sich die Politikerin ein Bild über ein Projekt des Rendsburger Kinderschutzbundes. Seit fünf Jahren bietet er – in Kooperation mit weiteren Organisationen wie beispielsweise dem Verein der Aktivregion „plietsch und stark“ – immer in den Sommerferien günstige Lernkurse für Kinder an: wochentags von 9 bis 12 Uhr. Mittlerweile ist etwa 250 Kindern das Schwimmen beigebracht worden. 60 Prozent der Teilnehmer schaffen ihr Seepferdchen. „Das ist ein guter Wert“, meint Detlef-Holger Müller von „plietsch und stark“.

Dass viele junge Leute nicht schwimmen können, macht Irene Johns, Landesvorsitzende des DKSB, an drei Punkten fest: Einerseits fehlen Lehrkräfte an Schulen, andererseits ist die Anfahrt zu Bädern für Eltern oft zu weit. Und als dritten Grund nennt sie die hohen Preise des Unterrichts. „Schleswig-Holstein ist das Land zwischen den Meeren. Schwimmen ist hier schon fast überlebenswichtig“, so Johns. Für von Kalben ist das Ziel der flächendeckende Schwimmunterricht an allen Grundschulen.

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