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Einkaufszentrum in Kiel : Fall „Sophienhof“: Zwei Männer angeklagt

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Aus der Onlineredaktion

Erst sollten sie Mädchen belästigt und fotografiert haben - die Vorwürfe gelten nicht mehr. Zwei Afghanen sind wegen ihres Verhaltens gegenüber der Polizei angeklagt.

Kiel | Sie sollten Mädchen belästigt, verfolgt und fotografiert haben - die Vorwürfe erwiesen sich jedoch als haltlos. Doch die Staatsanwaltschaft Kiel hat im Fall „Sophienhof“ trotzdem Anklage vor dem Amtsgericht Kiel gegen zwei junge Männer erhoben. Den beiden 17 Jahre alten Afghanen werde unter anderem Widerstand gegen Polizeibeamte und Körperverletzung zur Last gelegt, teilte Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Dienstag mit.

Der Fall ist zu einem Wirrwarr geworden: Erst wurde einer Gruppe junger Männer vorgeworfen, im Sophienhof Mädchen belästigt und gefilmt zu haben, dann gab es doch keine Handyfotos. Aber nach den Vorfällen am 25. Februar wurden die Asylanträge von vier der dabei anwesenden Afghanen rund sieben Wochen schneller abgelehnt worden, als es sonst der Fall gewesen wäre.

Letztendlich gehe es in der Anklage nur um das Verhalten gegenüber der Polizei. Wegen der angeblichen Belästigung junger Mädchen in dem Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ müssen sich die beiden Männer nicht verantworten. Es liege kein entsprechender Tatverdacht vor, sagte Bieler.

Damit bleibt von den Anschuldigungen, mit denen der Fall Ende Februar - gestützt auf offizielle Angaben der Polizei - bundesweit Schlagzeilen machte, nicht mehr viel übrig. Damals hatte es geheißen, die 17-Jährigen hätten drei Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren in dem Einkaufszentrum belästigt, fotografiert und verfolgt. Bis zu 30 Männer sollten an der Verfolgung teilgenommen haben. Dies stellte sich später als falsch heraus.

Der Prozess soll noch vor den Sommerferien beginnen. Die Öffentlichkeit wird nach Angaben Bielers ausgeschlossen, da die Beschuldigten noch minderjährig sind.

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erstellt am 14.Jun.2016 | 17:15 Uhr

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