Aufgeklärter Vermisstenfall : Fall Birgit Meier: 41-Jährige wurde vermutlich erschossen

Der mutmaßliche Täter könnte zahlreiche weitere Morde begangen haben, wie ein DNA-Abgleich zeigt.

shz.de von
19. Januar 2018, 14:56 Uhr

Lüneburg | Die 28 Jahre nach ihrem spurlosen Verschwinden gefundene Birgit Meier ist vermutlich erschossen worden. Das geht aus dem Obduktionsgutachten hervor, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Lüneburg mit. Zweifelsfrei ist die Todesursache aber nicht mehr festzustellen.

Angehörige hatten die sterblichen Überreste der Frau Ende September vergangenen Jahres auf dem Grundstück eines lange verdächtigten Bekannten in einem Randbezirk von Lüneburg bei Adendorf entdeckt. Der Friedhofsgärtner beging 1993 im Gefängnis mit 40 Jahren Selbstmord, als er wegen anderer Vorwürfe einsaß. Der Mann könnte zahlreiche weitere Morde begangen haben.

So stimmte seine DNA mit einer Spur überein, die 1989 im Zusammenhang mit den sogenannten Göhrdemorden mit insgesamt vier Toten gesichert werden konnte. „Aufgrund des bisherigen Ermittlungsstandes müssen wir von der Möglichkeit einer Vielzahl von Taten in Deutschland und vielleicht auch darüber hinaus ausgehen“, sagte Lüneburgs Polizeipräsident Robert Kruse. „Wir müssen daher sicherstellen, dass alle in Frage kommenden Dienststellen eine gründliche Prüfung ihrer Altfälle vornehmen können.“ Eine entsprechende Clearingstelle wurde bereits in Lüneburg eingerichtet.

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