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Nach Bombendrohung : Fähren fahren wieder normal nach Dänemark - Polizei ermittelt

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Eine Bombendrohung hatte den Fährverkehr in Puttgarden lahmgelegt. Bis in die Nacht durchsuchte die Polizei die Schiffe.

Fehmarn | Einen Tag nach der stundenlangen Unterbrechung des Fährverkehrs nach Dänemark wegen einer Bombendrohung ermittelt die Polizei weiter. Der Fährverkehr lief nach Angaben der Reederei Scandlines am Donnerstag wieder völlig normal. Es habe keine Wartezeiten gegeben, weder in Rostock noch in Puttgarden.

Die Lübecker Polizei war noch bis nach Mitternacht im Einsatz, zuletzt um den Verkehr wieder in Fluss zu bekommen. Vor dem Fährbahnhof hatten sich über mehrere Kilometer vor allem Lastwagen gestaut. Die Durchsuchung der letzten Fähre, der „Schleswig-Holstein“, war laut Polizei um 22.30 Uhr abgeschlossen. Auch hier konnte Entwarnung gegeben werden. Es seien keine verdächtigen Gegenstände entdeckt worden.

Die dänische Polizei wollte sich am Donnerstag nicht genauer zur Art der Bedrohung äußern, auch nicht, ob die Drohung von einem Mann oder einer Frau kam. Scandlines sprach von einer sehr konkreten Drohung, wobei unklar geblieben sei, gegen welche Fähre sie gerichtet gewesen sei. Von der Unterbrechung des Fährverkehrs auf der sogenannten Vogelfluglinie seien etwa 1500 Passagiere betroffen gewesen.

Am Vortag hatte eine Bombendrohung am Telefon den Fährverkehr auf den Routen Puttgarden-Rødby und Rostock-Gedser ab Mittag zum Erliegen gebracht. Weil der Anrufer kein konkretes Schiff genannt hatte, musste die Polizei jede Fähre auf den betroffenen Strecken durchsuchen. Einige Fähren nahmen schon am Nachmittag den Betrieb wieder auf.

Der Fährhafen Puttgarden auf Fehmarn wurde am Mittwochmittag wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt und zeitweise komplett abgeriegelt. Die Fährschiffe „Kronprinz Frederick“ und „Prinz Richard“ lagen ab etwa 12 Uhr im Hafen fest, die „Schleswig-Holstein“ blieb zunächst stundenlang auf See, da andere Schiffe im Hafen lagen.

Der Beginn des fünf Kilometer langen Staus.
Der Beginn des fünf Kilometer langen Staus. Foto: Lars Braesch

Am Mittwochabend konnten die ersten Fähren Puttgarden wieder verlassen. Dabei handle es sich aber nur um Schiffe, die bereits aus Dänemark kamen und zuvor von der dänischen Polizei auf Sprengstoff durchsucht worden waren, sagte ein Sprecher der Lübecker Polizei.

Im Hafen von Puttgarden wurden noch Schiffe von deutschen Kräften durchsucht. Die „Schleswig-Holstein“ lief am Abend als letzte Fähre zur Durchsuchung in den Hafen von Puttgarden ein. Der Fährverkehr von Dänemark lief bereits am Nachmittag wieder.

In Rostock lag am Abend noch die „Copenhagen“ im Hafen. Das Schiff, das am Mittag festgemacht hatte, wurde von der Polizei mit Spürhunden bis etwa 18 Uhr durchsucht. Verdächtige Gegenstände wurden den Angaben zufolge nicht entdeckt, teilte die Polizei mit.

 

Die dänische Polizei in Südseeland gab bereits gegen 14.20 Uhr nach der Sicherheitskontrolle der Fähren ihrerseits grünes Licht: Der Fährverkehr mit den Scandlines-Schiffen in Richtung Deutschland und Schweden wurde wieder freigegeben. Scandlines teilte auf der eigenen Webseite mit, dass der Fährverkehr wieder aufgenommen wurde, wenngleich mit „unregelmäßigem Fährbetrieb“ gerechnet werden musste. „Die dänische Polizei konnte schneller agieren, weil durch einen Zufall starke Kräfte in der Nähe waren“, sagte ein Sprecher der Lübecker Polizei den „Lübecker Nachrichten“ zur Erklärung, weshalb die Dänen schneller die Lage bereinigen konnten.

Das in Rødby liegende Gefahrgutschiff „Holger Danske“ nahm am Mittwochnachmittag wieder Kurs auf Puttgarden und erreichte um kurz nach 17 Uhr das Ziel. Wenig später erreichte die „Prinsesse Bendikte“ ebenfalls Fehmarn und brach nach der Entladung nach Rødby auf. Die Fähre „Deutschland“ hatte aus Rødby kommend bereits um 16.32 Uhr in Puttgarden angelegt und wurde unter strenger Polizeikontrolle entladen, dann nach Rødby geschickt.

<p>Polizeifahrzeuge sperren die Zufahrt zum Fährhafen in Puttgarden.</p>

Polizeifahrzeuge sperren die Zufahrt zum Fährhafen in Puttgarden.

Foto: dpa
 

Das Wasserschutzpolizeirevier Travemünde hatte einen Führungsstab gebildet und Verstärkung angefordert. Weitere Einsatzkräfte wurden hinzugezogen. Überdies waren Sprengstoffhunde vor Ort, die die Schiffe bis in die kleinsten Ecken nach Explosivem durchsuchten.

 
<p>Darf nicht anlegen: Die „Schleswig-Holstein“.</p>

Darf nicht anlegen: Die „Schleswig-Holstein“.

Foto: Wiki https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/
<p>Lastwagen stauen sich in Puttgarden vor der Zufahrt zum Fährhafen.</p>

Lastwagen stauen sich in Puttgarden vor der Zufahrt zum Fährhafen.

Foto: dpa

Die als höher empfundene Bedrohungslage in Schleswig-Holstein deckte sich mit einem Bericht von „Ekstra Bladet“. Demnach sei eine Fähre auf der Strecke Rødby-Puttgarden bedroht worden. „Ich kann bestätigen, dass es eine Drohung gegen die Fähre gegeben hat aber mehr kann ich nicht sagen, da die Ermittlungen laufen“, sagte Polizei-Sprecher John Andersen dem sh:z.

<p>Die Scanlines Fähre Richtung Deutschland lag im Hafen von Rødby fest.</p>

Die Scanlines Fähre Richtung Deutschland lag im Hafen von Rødby fest.

Foto: dpa

Die Polizei von Südseeland und Lolland-Falster berichtete in einer Pressemitteilung, man habe zuvor einen Hinweis erhalten. Deshalb sei die Polizei zu einer Sicherheitskontrolle der Fähren ausgerückt. Die Polizei in Dänemark kündigte weitere Untersuchungen im Fährumfeld und Präsenz in Rødby und Gedser an, riet aber dazu, die Situation nicht hochzukochen: „Das Ganze ist ruhig und undramatisch abgelaufen. Die Leute waren sehr geduldig und haben die Situation gut aufgenommen“, erklärte Kim Kliver von der Polizei über eine Pressemitteilung.

Problematisch war der Lkw-Verkehr auf der A1 in Richtung Puttgarden. Die Ausweichparkplätze waren nahezu belegt, berichtete die Polizei schon am frühen Nachmittag.

<p>Der Verkehr staut sich vor dem Hafen von Rødby.</p>

Der Verkehr staut sich vor dem Hafen von Rødby.

Foto: dpa

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erstellt am 08.Jun.2017 | 11:51 Uhr

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