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Studie : Fachkräftemangel in SH: Die schwierige Suche nach Informatikern

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„Sehr schwierig, offene Stellen zu besetzen“: In Schleswig-Holstein müssen Arbeitgeber um IT-Fachkräfte kämpfen.

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erstellt am 02.Dez.2016 | 19:17 Uhr

Das Leben wird  vernetzter, der digitale Wandel verändert auch die Arbeitswelt – doch werden künftig mehr Menschen ohne Job dastehen? Nicht unbedingt: Mit den neuen Technologien steigt der Bedarf an Mitarbeitern mit IT-Kenntnissen. Doch davon gibt es noch nicht genug, freie Stellen sind immer schwieriger zu besetzen – auch für Unternehmen im Norden, so das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für deutsche Wirtschaft (IW) in Köln: In Schleswig-Holstein kommen auf 10.000  sozialversicherungspflichtige Beschäftigte  nur 51 in Berufen für deren Ausübung in der Regel den Abschluss eines Informatikstudiums erforderlich ist. Damit liegt das nördlichste Bundesland gleichauf mit Niedersachsen – gefolgt nur von den fünf neuen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen.

 

Tim Schlotfeldt vom   Netzwerk der digitalen Wirtschaft in Schleswig-Holstein (DiWiSH)  kennt das Problem: „Seit einigen Jahren ist es für unsere Unternehmen sehr schwierig, in einem angemessen Zeitrahmen offene Stellen im IT-Bereich zu besetzen. Hochschulabsolventen können sich ihren Arbeitgeber ganz real aussuchen.“ Dennoch sieht er die Ergebnisse der Studie nicht ganz so schwarz: „Schleswig-Holstein ist eine ländlich strukturierte Region, die Bevölkerungsdichte ist nicht mit Hessen, Baden-Württemberg oder gar Nordrhein-Westfalen vergleichbar“, relativiert er. „Zudem ist unsere Wirtschaft durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt.“ Und darunter seien nicht nur einige IT-Unternehmen, sondern auch vielversprechende Start-ups.

Auch bei Dataport, dem IT-Dienstleister des Landes mit Sitz in Altenholz bei Kiel, hat man Erfahrungen mit dieser Problematik: „Auch bei uns sind demografischer Wandel und IT-Fachkräftemangel bemerkbar“, sagt Sprecherin Britta Heinrich. „Wir können unsere Stellen zwar prinzipiell noch sehr gut besetzen, allerdings merken auch wir, dass es für bestimmte IT- und Technik-Berufe sehr schwer ist, Arbeitnehmer zu finden. Darunter sind zum Beispiel SAP-Entwickler, aber auch Nachrichtentechniker und IT-Consultants.“ Dies sei jedoch ein  bundesweiter Trend.

Am  Standort in Altenholz sei man aber im Vergleich  noch gut bedient: „In Hamburg zum Beispiel ist die Konkurrenz für uns als Arbeitgeber sehr hoch. Es gibt im Verhältnis viele Absolventen,  aber zugleich auch viele potenzielle Arbeitgeber“, erklärt Heinrich, deren Unternehmen an sieben Standorten im Bundesgebiet vertreten ist. „Den Master in Informatik schließen in Rostock im Schnitt lediglich sechs bis acht Studierende ab. Es fehlt also in der Region an ITlern. Das gilt auch für Magdeburg oder Halle.“ Dort komme erschwerend hinzu, dass junge Menschen die Region verließen und dorthin gingen, wo sie ein breiteres Angebot an Arbeitsplätzen erwarteten, sagt Heinrich.  Generell gebe es insgesamt zu wenig Menschen, die sich für IT interessierten und eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium beginnen und dann auch abschließen, sagt Heinrich. Interessierten macht sie Mut: „Die Anforderungen können durchaus bewältigt werden.“ Ausreichend Studienplätze seien aus ihrer Sicht vorhanden.

Während die Informatikerdichte laut der Erhebung  der IW  in den Großstädten im Vergleich zu dem Stand im Jahr 2013  um 17 und in den städtischen Kreisen um sieben Punkte ausgebaut werden konnte, kommen die ländlichen Gebiete nur auf einen Zuwachs von drei Punkten – der Rückstand der ländlichen Gebiete ist demnach also erheblich gewachsen.  In ländlichen Gebieten werde weniger ausgebildet, außerdem stehe zu selten schnelles Internet zur Verfügung, heißt es in der Studie. Tim Schlotfeldt sieht ähnliche Gründe: Man benötige einen Ausbau des Breitbandnetzes in der Fläche, „damit Unternehmensgründungen nicht     daran scheitern“.

In Kiel liegt die Anzahl der angestellten IT-Akademiker bei 105 von 10.000, das ist nach Segeberg (108) der höchste Anteil in Schleswig-Holstein. Ein Grund: die Hochschule – auch ein Vorteil für Unternehmen wie Dataport, sagt Heinrich: „Studenten aus ländlichen Gegenden streben an die dortige Universität und stoßen von dort aus sehr schnell auf Dataport.“ Umso wichtiger seien nicht nur Kooperationen zwischen den Firmen und Bildungseinrichtungen. „Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wäre es, das Interesse an IT und IT-Berufen zu steigern“, sagt Heinrich. „Das sollte bereits in den Schulen beginnen. Dafür sind aus unserer Sicht eine gute technische Ausstattung, mehr Informatik-Unterricht und der allgemeine Einsatz von Technik im Unterricht entscheidend.“

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