Test des Landwirtschaftskammer : Extreme Trockenheit ist optimal für Test von Klima-Bäumen

Die Bäume wurden in verschiedenen Regionen in SH gepflanzt. Ergebnisse gibt es nicht vor Ende dieses Jahrzehnts.

shz.de von
26. Juli 2018, 07:38 Uhr

Ellerhoop | Für Landwirte, Baumschulen und Gärtner ist das trocken-heiße Sommerwetter eine Katastrophe, für ein Klima-Projekt der Landwirtschaftskammer allerdings bestens geeignet.

Dabei geht es um einen 2011 gestarteten Versuch mit so genannten Klimawandel-Bäumen. Für das Vorhaben wurden Bäume ausgesucht in Regionen, in denen bereits längere Zeit ein Klima herrscht, wie es auch für den Norden prognostiziert wird. Sie wurden an Versuchsstandorten in der Hamburger Innenstadt, in Heide, Husum, Kiel und Lübeck gepflanzt.

„Für unseren Versuch ist es optimal“, sagte der Andreas Wrede von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Leiter des Fachbereichs Versuchwesen Gartenbau, Baumschule. „Wir sind darauf angewiesen, dass wir wirklich Stressphasen für die Pflanzen haben.“ „Wir haben jetzt extreme Stressphasen“, sagte Wrede: Das vergangene Jahr war zu nass, dieses ist zu trocken. Diese Kombination sei extrem, denn im der Nässe sind viele Wurzeln in tieferen Bodenschichten abgefault. Diese fehlen den Bäumen jetzt, um eventuell noch Wasser aus den tieferen Bodenschichten nehmen zu können, erklärte Wrede.

Spannende Fragen, doch auf Antworten muss Wrede noch warten: „Es sind laufende Prüfungen, und Ergebnisse werden nicht vor Ende dieses Jahrzehnts vorliegen.“ Ein 100-jähriger Laubbaum bindet nach Angaben der Stiftung Klima Wald unter anderem pro Jahr rund 6300 Kilogramm Kohlendioxid, filtert eine Tonne Staub und Gifte und produziert gleichzeitig fast 4,6 Tonnen Sauerstoff.

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