Warnstufe 4 : Extrem-Sommer in SH: Brandgefahr steigt

Satelliten-Fotos der Nasa von Schleswig-Holstein: Im Mai ist das Land noch grün –  im Juli braun und vertrocknet. NASA Worldview.

Satelliten-Fotos der Nasa von Schleswig-Holstein: Im Mai ist das Land noch grün –  im Juli braun und vertrocknet. NASA Worldview.

SH ist für die vorherrschende Brandgefahr gerüstet, obwohl es kein extra Gerät für die Bekämpfung von Waldbrände gibt.

shz.de von
26. Juli 2018, 06:44 Uhr

Fünf Warnstufen hat die Skala des Deutschen Wetterdienstes für die Gefahr von Bränden. In Schleswig-Holstein ist Stufe vier erreicht – sowohl beim sogenannten Graslandfeuerindex als auch beim Waldbrandgefahrenindex. Die fast schon unheimliche Rekordhitze hat das Land regelrecht ausgedörrt. Was, wenn es zu großen Bränden kommt – ist die Feuerwehr gewappnet?

„Schleswig-Holstein ist eines der waldärmsten Länder der Bundesrepublik“, sagt Landesbrandmeister Frank Homrich. „Daher gibt es kein spezielles Gerät zur Bekämpfung von Waldbränden.“

Niedersachsen etwa unterhält geländegängige Fahrzeuge mit großen Wassertanks, die in Waldgebieten autark agieren können. Und Mecklenburg-Vorpommern leistet sich sogar einen Löschpanzer.

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„Ein tödliches Inferno wie in Griechenland oder Waldbrände wie in Schweden sind in Schleswig-Holstein sehr unwahrscheinlich“, betont Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbands. „Die Vegetation ist ja eine andere, die Laubbäume sind nicht so ausgetrocknet und gehen nicht so explosionsartig in Flammen auf wie Nadelbäume. Wenn es brennt, dann im Unterholz, und das kriegen wir in den Griff.“

Deshalb gibt es auch keine Waldbrandüberwachungskameras auf Türmen oder Flugzeuge, mit denen Ausschau nach Rauchsäulen gehalten werden könnte. „Da die Besiedlung dicht ist, werden Feuer schnell bemerkt“, sagt Bauer. „Trotzdem  braucht die Wehr natürlich, bis sie vor Ort ist. Landwirte sollten daher Vorsorge treffen. Bei Erntearbeiten sollten ein Güllewagen, gefüllt mit Wasser, und ein Pflug bereitstehen, um auf dem Acker eine Brandschneise ziehen zu können.“

Das Problem beim Brand eines Feldes kann derzeit zudem die Wasserversorgung sein. Die Fahrzeuge der Wehren in Schleswig-Holstein können zwischen 500 und 5000 Liter Wasser transportieren. Bei einem Flächenbrand reicht das für fünf bis maximal 50 Minuten, meist muss per Schlauch der nächste Löschteich angezapft werden. Doch auch dort ist der Wasserstand vielfach bereits sehr niedrig.

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