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Erreger H5N8 : Experten: Vogelgrippe-Risiko bleibt unverändert hoch

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So viele Geflügelpestausbrüche in so kurzer Zeit gab es bundesweit bislang nicht, betonen Experten.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2016 | 08:15 Uhr

Greifswald/Insel Riems | Angesichts neuer Vogelgrippe-Fälle in Deutschland ist für das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems derzeit keine Entspannung der Situation in Sicht. „Wir sehen momentan kein deutlich verändertes Risiko“, sagte die Sprecherin des Bundesforschungsinstituts, Elke Reinking. Die Vogelgrippe mit dem hochgefährlichen Erreger H5N8 habe sich zu einer Panzootie - einer länder- und kontinentübergreifenden Seuche - unter Wildvögeln ausgeweitet.

In Deutschland war der hochansteckende Erreger erstmals am 8. November bei einer toten Wildente am Bodensee und verendeten Wasservögeln in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Inzwischen sind 15 Bundesländer betroffen.

Nach Angaben des FLI sind bisher bundesweit mindestens 25 Seuchenausbrüche in großen und kleinen Geflügelhaltungen sowie in vier Zoos registriert. „So viele Geflügelpestausbrüche in so kurzer Zeit hatten wir in Deutschland noch nicht“, sagte Reinking. Im Unterschied zu dem Seuchenzug 2006 gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass das aktuelle Virus H5N8 auf den Menschen überspringen könnte.

Zuletzt waren zu Wochenbeginn in Niedersachsen in mehreren Betrieben insgesamt 55.000 Puten getötet worden. Ohne Vogelgrippe-Fälle ist in Deutschland nur noch das Saarland. Viele Landkreise und einige Bundesländer haben eine Stallpflicht für Geflügel verhängt. Eine bundesweite Stallpflicht ist nach Ansicht des FLI nicht nötig, wenn die Landkreise verantwortungsbewusst handeln und in Risikogebieten die Stallpflicht anordnen.

Den Grund für die aktuellen Eintragungen des Erregers in Geflügelhaltungen sieht das FLI in dem hohen Infektionsdruck aus der Wildvogelpopulation. So sei der Anteil infizierter Vögel unter den Totfunden deutlich höher als 2006/2007 beim Virustyp H5N1. In Europa ist der Erreger demnach inzwischen in 16 Staaten nachgewiesen worden.

H5N8-Fälle meldeten darüber hinaus Indien, Iran, Israel, Tunesien, Nigeria und Ägypten sowie Südkorea, China und Japan.

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