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Steigende Wassertemperaturen : Experte schlägt Alarm: Ostsee wird zu warm für Dorsch

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Meeresökologe Thorsten Reusch warnt vor steigenden Wassertemperaturen. Und zwei weiteren Faktoren.

Kiel | Der Dorsch könnte nach Einschätzung des Meeresökologen Thorsten Reusch wegen der steigenden Wassertemperaturen im nächsten Jahrhundert aus der Ostsee verschwunden sein. Er könnte in 50 bis 80 Jahren ausgestorben sein, sagte der Wissenschaftler vom Kieler Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in einem Interview mit den „Kieler Nachrichten“.

Neben dem Klimawandel sorgen laut Reusch Überfischung sowie Sauerstoffmangel in Teilen der Ostsee dafür, dass der Dorsch kaum eine Chance habe. Er forderte von der Politik die Fangquoten für den Dorsch zu reduzieren. „Es besteht die Gefahr, dass dort bei einem schlechten Jahr für den Dorsch-Nachwuchs der Bestand komplett zusammenbricht.“ In der vergleichsweise flachen Ostsee steigen die Temperaturen klimabedingt drei Mal schneller als in den anderen Meeren. Die Meeresfauna verändere sich aus seiner Sicht in einer Art Zeitraffer.

Heimische Fischarten wie Flunder, Kabeljau oder Dorsch könnten damit in 50 bis 80 Jahren in unseren Gewässern ausgestorben sein, sagte Reusch. Andere Fischarten wie Sprotten, die für den Dorsch eine wichtige Futterquelle sind, wandern in kältere Regionen zum Beispiel Richtung Finnischer Meerbusen ab, sagte der Wissenschaftler. „Warum ihnen der Dorsch auf diesem Weg nicht folgt, wissen wir noch nicht genau.“ In der westlichen Ostsee gefangene Dorsche waren laut Reusch zum Teil regelrecht abgemagert, „weil sie nicht mehr genug Nahrung finden.“ In andern Teilen der Ostsee gebe es jedoch Bereiche, in denen es dem Dorsch noch vergleichsweise gut gehe, sagte Reusch.

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erstellt am 13.Jun.2017 | 14:16 Uhr

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