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Kommentar zur Landtagswahl in SH : Erstwählerin erklärt: „Wir sind mehr als eine einfache Stimme“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kina-Reporterin Maria Luhmann ist 17 Jahre alt und darf bei der Landtagswahl zum ersten Mal wählen. Sie erzählt, wie man als Erstwähler auf die Wahl und die Parteien blickt.

Das erste Mal wählen, das steht für mich dieses Jahr dick im Kalender eingetragen. Die Möglichkeit, mit 16 Jahren den Landtag zu wählen, gibt es nicht in jedem Bundesland, doch Schleswig-Holstein macht mich zum Erstwähler 2017. Ich finde es richtig, dass Jugendliche so eine Chance haben, direkt im politischen Geschehen mitzumischen. Es ist eine positive Verpflichtung. Eine Verpflichtung, sich informieren zu müssen, in welche Richtung das Land gesteuert werden soll. Und das stellt mich vor die schwierige Frage: Wer vertritt meine Interessen?

Um die Jugendlichen auf diese Frage vorzubereiten, wird oftmals im Politikunterricht das Thema Wahlen behandelt. Doch auch hier haben viele Jugendliche nicht das Gefühl, umfangreich genug informiert zu werden. Wen wir am Ende wählen, muss ja aus einer eigenen Entscheidung hervorgehen. Die eigene Meinung zu bilden, ist nicht immer ganz einfach, und das kann selbst der beste Lehrer einem nicht beibringen.

Viele Schulen in Schleswig-Holstein haben in den vergangenen Wochen Parteien eingeladen und Podiumsdiskussionen veranstaltet. Doch die meisten Schüler berichteten von eher mäßigem Erfolg. Die Vertreter der Parteien seien selten auf die wirklichen Fragen der Schüler eingegangen, und zu einer klaren Position wären die wenigsten am Ende gekommen. Was schade war: Alle wollten was für uns Jugendliche tun, aber niemand konnte konkret sagen was. Manchmal hatten wir das Gefühl, die Werbetrommel zu rühren, war am wichtigsten.

Viele Jugendliche haben Lust, sich politisch zu engagieren und zu informieren, aber da wir oft nur als leicht zu umwerbende Stimmen gesehen werden, verlieren viele von uns das Interesse. Das ist schade und fördert die politische Bildung nicht. Mit 16 wählen zu dürfen, ist richtig, aber der Umgang mit uns muss ein anderer werden.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 08:20 Uhr

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