Lisa Tomaschewsky aus Glückstadt : Erst kleine Brötchen, jetzt groß im Business

Model Lisa Tomaschewsky - hier in einer Kampagne für die Berliner Firma Blush Dessous. Foto: Heiko Richard / blush-berlin.de
Model Lisa Tomaschewsky - hier in einer Kampagne für die Berliner Firma Blush Dessous. Foto: Heiko Richard / blush-berlin.de

Lisa Tomaschewsky ist 22, in Glückstadt aufgewachsen und als Model weltweit für Werbekampagnen gefragt. Der Anfang war jedoch nicht vielversprechend.

shz.de von
04. Juli 2011, 10:34 Uhr

# | Triumph, Elle, Tommy Hilfiger oder Mexx - Lisa Tomaschewsky hat für sie alle gearbeitet. Das Mädel vom Lande - sie ist geborene Itzehoerin und wuchs in Glückstadt (Kreis Steinburg) auf - gibt internationalen Firmen ihr Gesicht. Lisa ist Profi-Model und kaum eine große Werbekampagne kommt ohne sie aus. Doch der Weg dorthin war nicht einfach, wie die 22-jährige Wahl-Hamburgerin berichtet, die bereits seit acht Jahren im Geschäft ist. Anfangs schlug sie sich mit Nebenjobs durch, arbeitete im Frühstücksservice eines Hotels. Heute wohnt sie mit ihrem Freund in einem Eigenheim an der Alster.
Angefangen hatte alles, als sie 14 war. Damals besuchte Lisa die Kooperative Gesamtschule Elmshorn (KGSE). Ohne, dass ihre Eltern davon wussten, hatte sie erste Kontakte mit Modelagenturen geknüpft - zufällig. Als sie gemeinsam mit einer Freundin die Miss-Hamburg-Wahl besucht hatte, stieg sie spontan auf die Bühne. "Ich stand da mit Jeans und im Schlabberpulli. So nach dem Motto: Hey, da bin ich", erinnert sie sich. Klar: Eine echte Chance hatte sie so nicht. Doch ein Scout im Publikum sprach sie an und wollte sie anwerben. Erst nach drei Monaten nahm Lisa das Angebot an. "Ich wollte eine neue Handtasche haben." Danach habe sie wieder aufhören wollen.
Von der Schule geflogen
Als sie mit 15 immer mehr Aufträge erhielt und sich immer öfter mit einem kleinen Köfferchen aus dem Haus stahl, roch ihr Vater Lunte. Lisa beichtete ihm ihr Geheimnis. "Das war ihm aber lieber, als wenn ich auf irgendwelche unseriösen Firmen reinfallen würde", berichtet sie. Prompt zahlte ihr Vater auch ein erstes Test-Shooting am Deich - für 127 Euro. "Das war schon komisch. Ich habe mich ein bisschen wie Pinocchio gefühlt, als ich da rumhampelte." Mit den Fotos in der Mappe konnte sie sich aber endlich bei den großen Modelagenturen bewerben.
Denn das mit Schule und Ausbildung wollte nicht so recht klappen. "Ich bin mit einem Hauptschulabschluss von der Schule geflogen" - obwohl sie eigentlich ihr Abitur machen wollte, um danach zur Polizei zu gehen. Den Sporttest hatte sie bereits bestanden, dann kam ein Unfall dazwischen. "Ich habe erstmal Couch-Crashing bei Freunden in Hamburg gemacht", sagt sie. Und um sich durchzuschlagen, arbeitete sie in einem Hotel. Im Frühstücksservice. "Ich war noch ziemlich Grün hinter den Ohren. Befehle habe ich nicht annehmen wollen", erinnert sie sich. Schnell war der Job gegessen und Lisa musste in einer Kneipe arbeiten.
Angebote vom Film
Immerhin erhielt sie wenig später ein Angebot von der Mailänder Agentur Elite Models, zog für ein Jahr ins schöne Italien, hatte sogar Shootings mit Paris Hilton. Ganz nebenbei besuchte sie Schauspielschulen in Los Angeles und Hamburg, wurde sogar vom Fleck weg für einen Kinofilm angeheuert. Auch bei "Verbotene Liebe" hatte sie eine Rolle. Die Erstausstrahlung hatte sie nach einem Shooting in einem Hotel in Holland verfolgt. "Mein Freund war am Telefon, er hatte eine Verbotene-Liebe-Party mit seinen Freunden gefeiert", erinnert sie sich. "Das war schon aufregend!" Weil die Zeit fehlte, musste Lisa aber wieder aussteigen. Übrigens: Auch ihr Freund, Lars Burmeister, ist Model.
Heute jettet Lisa von einem Job zum nächsten - beinahe weltweit. Gleich zwei Agenturen listen sie: Die Modelagentur m4models und die Schauspielagentur qualifiyer. "Ich telefoniere jeden Tag mindestens fünf bis sieben Mal mit meiner Agentur", sagt sie. Ganz nebenbei hat sie an einer Fernschule ihr Abitur nachgeholt.
Harter Model-Alltag
Von dem Klischee, dass Models ein einfaches Leben hätten, will sie nichts wissen. Die Arbeit vor der Kamera sei nicht einfach. Vielmehr sei es ein Acht-Stunden-Tag, mitunter auch mehr. Dann steht Lisa im gleißenden Studiolicht und schmeißt sich von einer Pose in die nächste. "Gerade für Kleidung kann das wahnsinnig anstrengend sein", sagt Lisa. Dann stünden irrwitzige Verrenkungen auf dem Plan. "Im Winter wird für den Sommer geschossen, im Sommer für die Winterkollektion", sagt Lisa - und dementsprechend müsse sie schon bei wenigen Grad Celcius draußen im Bikini gut aussehen und bei 30 Grad im Schatten die Wintermode präsentieren.
Mehr noch: Lisa ist, wie ihre Kollegen, selbstständig. Ihr Körper ist ihr Unternehmen - und natürlich muss sie Rechnungen rausschicken, akribisch Buch führen über bezahlte Jobs und eine Steuererklärung abgeben. Das macht sie selbst. "Ich bin ein Sparfuchs." Anstatt ihr Geld zu verprassen, legt sie es auf die hohe Kante. Ein bisschen Luxus darf aber sein. Gerade hat sie sich einen Liegeplatz an der Alster für ihr Segelboot geholt. "Ich kann mich beim Segeln prima entspannen. Das habe ich schon als kleines Kind gelernt", sagt sie. Und wenn es nicht auf Segeltörn geht, dann fährt sie Rennrad.
Bald könnte sie dafür aber kaum noch Zeit haben. Lisa will den Sprung auf die große Leinwand schaffen. "Ich verhandle derzeit mit mehreren oscarprämierten Regisseuren", verrät sie. Es gehe jeweils um Hauptrollen in Kinofilmen - mehr darf sie nicht sagen.
(mp, shz)

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