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Schleswig-Holstein

23. Oktober 2017 | 06:39 Uhr

Erinnerungen an Hans Holtorf

vom

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erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Apenrade | Zum zweiten Mal findet eine Ausstellung mit Werken des schleswig-holsteinischen Malers Hans Holtorf (1899-1984) im Haus Nordschleswig, Apenrade, Vestergade, statt. Dies hob bei der gut besuchten Ausstellungseröffnung Büchereidirektor Nis-Edwin List-Petersen hervor. Die erste Ausstellung fand 1975 in Anwesenheit des Künstlers statt.

Die jetzt eröffnete Ausstellung kam auf Initiative des Holtorf-Enkels Christian Holtorf, Coburg, und der in Nordschleswig lebenden Holtorf-Großnichte Carina Mylin, Tørning Mølle, zustande, die auch die Auswahl der Bilder vorgenommen haben. List-Petersen dankte beiden für die hervorragende Vorbereitung und die Auswahl ganz früher expressionistischer und auf den Naturalismus verweisender späterer Werke. Die Ausstellung beschränkt sich dabei auf den jungen Hans Holtorf und endet mit Bildern aus den Jahren 1932-36.

Insbesondere die im Unteren Foyer ausgestellten Bilder zeigten, wie List-Petersen betonte, die enge Verbindung Holtorfs zu dem älteren, als Lehrer und mehr noch Freund aufgefassten Niko Wöhlk. Eine weitere Verbindung zu Nordschleswig stellt Holtorfs Frau Agathe, geborene Dethlefsen, Hemgarde bei Hoyer, dar. Schließlich bestand auch eine freundschaftliche Verbindung zwischen Holtorf und seinem Malerkollegen Emil Nolde, sodass auch ein Bezug zum Noldesaal im Haus Nordschleswig besteht.

Eine Verbindung zum Norden stellt ebenfalls die Übersetzung des Komödienwerkes des dänisch-norwegischen Dichters Ludvig Holberg dar.

Da weder Christian Holtorf noch sein Bruder Cornelius Holtorf bei der Ausstellungseröffnung anwesend sein konnten, wurde Cornelius Holtorf per Skype aus Kalmar, Schweden, zugeschaltet. Cornelius Holtorf konnte sich noch lebhaft an seinen Großvater erinnern und sprach von sommerlichen Ferienaufenthalten im Künstlerhaus in Bockholmwik an der Flensburger Außenförde. Nicht immer sei sein Großvater in seinem Atelier im Obergeschoss für Gäste und selbst für die Enkel ansprechbar gewesen, dann war es die Großmutter Agathe, die den Enkeln in ihrem "Märchenzimmer" mit Alkoven - wie es Cornelius Holtorf ausdrückte - Geborgenheit gab.

In der Erinnerung aus der Perspektive der Enkel als Kinder und Jugendliche war Hans Holtorf natürlich weniger der Künstler, sondern mehr der Großvater. Einen Zugang zum künstlerischen Werk haben die Enkel des Malers erst nach dessen Tod durch Ausstellungen, die ihr Vater Arne Holtorf organisierte, und später durch eigene Beschäftigung mit dem Künstlernachlass gefunden.

Eine weitere sehr persönliche Atmosphäre erhielt die Ausstellungseröffnung dadurch, dass eine große Zahl von Verwandten, Weggefährten und Freunden Hans Holtorfs und seiner Frau Agathe an der Ausstellungseröffnung teilnahm.

Die Ausstellung ist bis zum 3. Juni 2013 zu den Öffnungszeiten der Deutschen Zentralbücherei geöffnet.

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