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Tourismus an der Schlei : Entschleunigung statt Halligalli

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Die Ostseefjord Schlei GmbH weiß, dass in ihrer Region Partytourismus keine Chance hat - und setzt bei ihrem neuen Marketingkonzept auf „Langsamzeit“. Die Zielgruppe: „Slowies“.

Ulsnis | In der Region Ostseefjord Schlei weiß man ziemlich genau, was man nicht kann: „Wer sieben Tage in der Woche am Strand liegen will oder Halligalli sucht, der ist hier falsch“, sagte Ingwer Hansen, Vorsitzender des Tourismusvereins Kappeln. Stattdessen setzt man jetzt im Tourismus-Marketing auf Entschleunigung. „Langsamzeit“ lautet das Schlagwort, das sich die Ostseefjord Schlei GmbH zusammen mit den Tourismusvereinen Kappeln und Geltinger Bucht dazu ausgedacht hat.

Dabei geht es um das Erleben der Natur, um Radfahren, Wandern, Erholung am Strand und auf dem Wasser sowie das Genießen regionaler Produkte - kurz gesagt, die Region erfindet sich nicht neu. Aber sie inszeniert sich auf eine neue Weise. „Unser Konzept passt in die moderne Zeit“, erklärt Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH. „Heutzutage wird ständig über den steigenden Stress, über die Informationsflut und Burnout gesprochen. Die Menschen suchen nach der Flucht in eine heile Welt, eine ruhige Idylle – und die wollen wir ihnen bieten.“

Für die Präsentation dieses Konzepts hat sich Triphaus den perfekten Ort ausgesucht: Vom Garten des Cafés Krog in Ulsnis hat man einen guten Blick auf Felder, Wiesen und im Hintergrund glitzert die Schlei in der Sonne. „Genauso stellen wir uns unsere Langsamzeit vor“, sagt Triphaus, „ein ruhiger Ort mitten in der Natur mit einem tollen Ausblick.“

Das ist konkret geplant: Die Ostseefjord Schlei GmbH will in Zukunft weniger auf Pauschalangebote setzen. Vielmehr will man den Gästen Ferienwohnungen vermitteln und ihnen Empfehlungen geben, anhand derer sie die Region selber entdecken können. Als Zielgruppe sieht Max Triphaus dabei Familien, Best-Ager, Singles – und vor allem die sogenannten „Slowies“, also diejenigen, die im Beruf schwer gefordert sind und im Urlaub gezielt Entspannung suchen. Er weiß aber auch, dass er mit Entschleunigung nicht jeden glücklich machen kann. „Wer im Urlaub Party machen will, kommt aber ohnehin nicht zu uns.“

Stattdessen will Triphaus, dass die 74 Gemeinden und zwei Städte in der Region ihre Potentiale nutzen. Als Beispiel nennt er dafür die Steinstrände, die nicht genug wertgeschätzt würden. „Viele sehen es als Nachteil, dass wir kaum Sandstrände haben. Aber der Stein ist ein authentisches Produkt. Wenn ich mit meiner Familie an den Strand komme, dann laufen die Kinder als erstes los und sammeln Steine. Für sie sind das echte Schätze.“ Für die neue Kampagne soll ein mit einem Slogan versehener Stein deshalb auch zu einem Symbol werden, das an die Touristen als Mitbringsel verteilt werden kann.

Andere Ideen und Aktionen sind ein eigener Internetauftritt mit interaktiver Karte der Region unter www.langsamzeit.de, eine Plakatkampagne, für die ein Fotowettbewerb ausgerufen werden soll, und eine Kooperation mit Unternehmen, die sich mit dem Slogan identifizieren können. Demnächst soll die „Langsamzeit“ an Bussen, auf Postkarten und auf Plakatwänden an der Autobahn prangen. „Auf der A7 haben die Leute demnächst ja viel Zeit, uns wahrzunehmen“, so Marketingleiterin Andrea Simons und bezieht sich auf die angespannte Verkehrslage. Insgesamt nimmt die Ostseefjord Schlei GmbH für das ganze Projekt 54.000 Euro in die Hand. Losgehen soll es innerhalb der Region schon in den kommenden Tagen, nach außen hin wird die Kampagne ab Semptember bekannt gemacht – zusammen mit dem Erscheinungstermin des neuen Urlaubsmagazins.

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erstellt am 15.Mai.2014 | 15:54 Uhr

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