Statistik für 2017 : Emma und Finn sind die beliebtesten Vornamen in SH

<p>Ben, Jonas oder Leon – das sind die deutschlandweit beliebtesten Jungennamen für 2017.</p>
Foto:
1 von 1

Ben, Jonas oder Leon – das sind die deutschlandweit beliebtesten Jungennamen für 2017.

Der Vornamen-Analyst Knud Bielefeld hat bundesweit 212.942 Geburtsmeldungen ausgewertet. Das sind die Ergebnisse.

von
28. Dezember 2017, 19:30 Uhr

Ahrensburg | Es ist nicht amtlich, aber doch sehr wahrscheinlich: Emma und Finn sind in diesem Jahr die am häufigsten vergebenen Vornamen in Schleswig-Holstein. Das geht aus der am Donnerstagabend veröffentlichten Statistik des Vornamen-Analysten Knud Bielefeld aus Ahrensburg (Kreis Stormarn) hervor. Schon im vergangenen Jahr lag der Name Finn auf Platz eins bei den Jungen. Bei den Mädchen war es in Schleswig-Holstein 2016 hingegen Mia.

Der Informatiker Bielefeld hat 212.942 Geburtsmeldungen aus ganz Deutschland ausgewertet – nach eigenen Angaben 27 Prozent aller im Jahr 2017 geborenen Babys. Die Daten veröffentlicht er auf seiner Homepage. Anders als zum Beispiel in Dänemark gibt es in Deutschland keine amtliche Vornamenstatistik.

Damit sind die Eltern in Schleswig-Holstein zumindes was die Mädchen betrifft im Deutschlandtrend. Denn Emma gehört auch bundesweit zu den beliebtesten Vornamen. Er wurde in sechs Bundesländern am häufigsten vergeben. Bei den Jungen gibt es jedoch eine Abweichung. Hier zählt nicht Finn sondern Ben zu den am häufigsten vergebenen Vornamen – in sechs Bundesländern.

Die zehn beliebtesten Vornamen 2017 in Schleswig-Holstein im Überblick:

Platz Mädchen Jungen
1 Emma Finn/Fynn
2 Hannah/Hanna Ben
3 Mia Jonas
4 Sophia/Sofia Mats/Mads
5 Lina Henri/Henry
6 Lotta Elias
7 Clara/Klara Luis/Louis
8 Lea/Leah Liam
9 Luisa/Louisa Linus
10 Mila Noah

Das Erfassen des Datenmaterials kostete viel Zeit. „Ich habe mit neun Helfern Internetseiten von Krankenhäusern und online verfügbare Amtsblätter von 494 Städten systematisch ausgewertet“, berichtet Bielefeld auf Nachfrage von shz.de. In den 1990er Jahren entdeckte der Wirtschaftsinformatiker und gebürtige Rendsburger sein Interesse an der Namensforschung. Seit 2005 veröffentlicht er jährlich seine Statistik. „Damals fing ich mit 10.000 Geburtsmeldungen an. Dieses Jahr haben wir über 200.000 ausgewertet.“

Auch der regionale Geschmack lässt sich aus den Zahlen von Knud Bielefeld herauslesen: Im Vergleich zu anderen Bundesländern wurden in Schleswig-Holstein besonders häufig die Namen Mats, Lasse, Lotta und Frieda vergeben.

Und auch mit diesen Namen können Eltern, die noch auf der Suche nach einem beliebten Namen sind, wenig falsch machen. Sie verzeichneten bundesweit 2017 den größten Aufwärtstrend:

  • Leni
  • Ella
  • Emilia
  • Junna
  • Klara

und:

  • Theo
  • Matteo
  • Henry
  • Mila
  • Anton

Für Hamburg ist vor allem die Liste der regional häufiger vorkommenden Vornamen bemerkenswert. Denn hier taucht als erstes der Name Fiete auf. Ob das an HSV-Youngster und Hoffungs-Talent Fiete Arp liegt? Daran glaubt Knud Bielefeld nicht. „Der Name Fiete ist mir vor einigen Jahre das erste Mal in Mecklenburg-Vorpommern aufgefallen. Jetzt taucht er auch verstärkt in Hamburg und Schleswig-Holstein auf.“ Da der 17-jährige Fiete Arp erst dieses Jahr in den Profikader des HSV aufstieg, ist ein Zusammenhang noch ausgeschlossen. „Aber seine Beliebtheit wird den Aufstieg des Namens weiter befeuern“, so Bielefeld. Außerdem kommen neben Fiete in Hamburg die Namen Jonte, Lasse, Ava und Juna regional häufiger vor.

Die zehn beliebtesten Vornamen 2017 in Hamburg im Überblick:

Platz Mädchen Jungen
1 Emma Jonas
2 Lina Henri/Henry
3 Hannah/Hanna Lucas/Lukas
4 Sophia/Sofia Emil
5 Emilia Anton
6 Anna Finn/Fynn
7 Mia Oskar/Oscar
8 Clara/Klara Noah
9 Mila Ben
10 Frieda/Frida Paul

Vornamen-Analyst Knud Bielefeld wagt auch eine Prognose und blickt dafür ins Jahr 2027. „Die beliebtesten Babynamen in zehn Jahren sind voraussichtlich Oskar und Theo sowie Leni und Emilia.“ Das berechnet der Ahrensburger aus den Steigerungsraten der vergangenen Jahre aus seinem mittlerweile 1,7 Millionen Datensätze umfassenden Datenbestand. Allerdings unter Vorbehalt: „Es gibt Einflüsse, die können den Aufstieg eines Namens begünstigen – etwa besonders beliebte Prominente. Aber es gibt auch negative Einflüsse, wenn zum Beispiel ein Schwerverbrecher einen Namen beschmutzt“, erklärt Bielefeld.

Insgesamt gibt es in der bundesweiten Rangliste der beliebtesten Vornamen eher wenig Bewegung. „Schon im siebten Jahr in Folge ist Ben der Spitzenreiter. Emma ist die neue Nummer eins, wie schon 2014“, sagte Bielefeld. „In den Top 10 sind genau dieselben Namen wie schon 2016, es haben nur einige Namen die Plätze getauscht.“

Aber auch einige ungewöhnliche Namen sind dem Vornamen-Analysten Knud Bielefeld aufgefallen. Bei den Mädchen: Vaiana, Lavea, Chidinma, Julita, Marijella, Sabia, Itje, Summerly, Kalinda, Smaragda. Und bei den Jungen: Tommen, Atreyu, Catalin, Apollo, Caruso, Giannis, Albertus, Njörd, Aladdin, Manfredi.

Die zehn beliebtesten Vornamen 2017 in Deutschland im Überblick:

Platz Mädchen Jungen
1 Emma Ben
2 Hannah/Hanna Jonas
3 Mia Leon
4 Sophia/Sofia Paul
5 Emilia Finn/Fynn
6 Lina Noah
7 Anna Elias
8 Marie Luis/Louis
9 Mila Felix
10 Lea/Leah Lucas/Lukas

Erst vor einer Woche hatte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihre bundesweite Prognose veröffentlicht. Demnach waren 2017 voraussichtlich die Namen Marie und Paul die bliebtesten Deutschlands. Auch für Dänemark liegt die aktuelle Statistik bereits vor – dort landeten Sofia und Noah auf Platz eins der beliebtesten Vornamen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen