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Schleswig-Holstein

14. Dezember 2017 | 07:39 Uhr

WOA 2014 : Einmal Wacken, immer Wacken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Epizentrum der Heavy-Metal-Welt liegt jedes Jahr für ein paar Tage in Wacken. Ein Höhepunkt ist auch diesmal der Auftritt von Motörhead. Frontmann Lemmy Kilmister muss nicht mal alleine singen.

Auf Wackens Wiesen kehrt wieder Ruhe ein. Mehr als 75.000 „Metalheads“ haben sich bis zum frühen Sonntagmorgen auf dem Heavy-Metal-Festival in Schleswig-Holstein ausgetobt. Mit ihrer Abreise verwandelt sich das 1800-Einwohner-Dorf wieder vom Epizentrum des Heavy Metal in ein ländliches Idyll. Auf dem 220 Hektar großen Festivalgelände werden wieder Kühe weiden, wenn der reichlich hinterlassene Müll entsorgt ist.

Beim 25. Wacken Open Air (W:O:A) standen neben Motörhead auch die Metal-Größen Slayer, Accept, Kreator, Saxon und Hammerfall auf der Bühne. Ein Line-Up, das sich in der Breite sehen lassen konnte. Aber der echte Headliner wie beispielsweise Rammstein im vergangenen Jahr fehlte - trotz Jubiläums. „Wir hatten ein Hammer Line-Up mit Hammer Shows. Ganz großes Metal-Tennis“, sagte Festivalgründer Thomas Jensen. Sein Eindruck von der Stimmung auf dem Platz und auf den Social-Media-Kanälen sei, dass die „Metalheads“ das genauso sehen. „Ich konnte nicht feststellen, dass Besucher enttäuscht waren.“ Im Gegenteil: „Ich habe ein paar megageile Shows gesehen.“ 

Ein Teil der Fans hatte im Vorfeld des Jubiläums aber mit mehr gerechnet. „Ich hätte mir Metallica, Manowar oder Iron Maiden erhofft“, sagt beispielsweise Jörg aus Göttingen. „Ich habe die Karte nur gekauft, weil zum Jubiläum bestimmt der Oberkracher kommt.“ Die Bands seien im vergangenen Jahr deutlich stärker gewesen. Tatsächlich waren die 75.000 Tickets für die Jubiläums-Show bereits vor einem Jahr vergriffen, ohne dass das Gros der Bands feststand.

Festivalgründer Jensen ist mit dem Verlauf des Open Air in diesem Jahr zufrieden. Das Team müsse aus allen Bereichen Rückmeldungen sammeln und „schauen, was verbessert werden muss und was so bleiben kann“, sagte Jensen. Die Meinung der Besucher sei wichtig. „Das ist ihre Party und sie sollen sich so wohlfühlen wie möglich.“ Für das 26. Wacken Open Air im kommenden Jahr kündigten die Veranstalter bereits eine Reihe von Bands an: So sollen unter anderem Savatage, In Extremo, U.D.O. und auch Running Wild in Wacken spielen.

Zu den musikalischen Höhepunkten gehörte neben dem ersten Wacken-Auftritt der US-Band Megadeth am Samstagabend zweifelsohne der Gig von Motörhead am Tag zuvor. Stellten sich viele Fans nach dem Erlebnis von 2013, als die Band wegen gesundheitlicher Probleme ihres Frontmanns Lemmy Kilmister bereits nach 30 Minuten abbrechen musste, doch die Frage: Wie lange hält Lemmy durch? Stellvertretend dafür stand ein Transparent, das kurz vor Beginn der Show auf der Riesen-Videowand zu sehen war: „Don't die, Lemmy“ („Stirb nicht, Lemmy“).

Und wie Lemmy in dieses Mal durchhielt. Und das auch noch mit Frau. 72 Minuten stand der Bassist und Sänger der britischen Band auf der Bühne. Für einen Song bekam er überraschende Unterstützung von der deutschen Metal-Queen Doro Pesch. Beide gaben gemeinsam den Motörhead-Song „Make my day“ zum Besten. Zehntausende dankten Lemmy die Rückkehr nach Wacken. Als Kilmister die Bühne erklomm, gab es für viele kein Halten mehr. Mit den ersten Takten begannen sie mit dem Crowdsurfing und ließen sich von den Massen tragen.

Im nächsten Jahr soll der kleine Ort nahe Itzehoe erneut zum Mittelpunkt der Heavy-Metal-Szene werden. Denn: „Einmal Wacken, immer Wacken“, wie Metalfan Diana aus dem Sauerland sagt.

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