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Kreisverwaltung Plön : "Ein Massenanfall von Verletzten" bei Übung

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Schusssichere Westen und ballistische Schutzschilde: 100 Einsatzkräfte haben am Sonnabend in der Plöner Kreisverwaltung das richtige Verhalten im Fall eines Amoklaufs geübt.

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erstellt am 06.Mai.2013 | 09:59 Uhr

Plön | In der Plöner Kreisverwaltung gab es am Sonnabend mehrere Tote und Verletzte. Es war eine Übung, deren Szenario an die tödlichen Schüsse auf den Hamelner Landrat Rüdiger Butte in der dortigen Kreisverwaltung erst vor ein paar Tagen erinnerte. In Plön wurde ein bereits seit Monaten geplanter und von den Hamelner Ereignissen überholter Amoklauf "gespielt". Mehrere Täter waren durch die Flure in der Kreisverwaltung gerannt und hatten bereits Schüsse abgegeben. Im und vor dem Verwaltungsgebäude lagen rund 30 "verletzte" Statisten - darunter auch Ron Schudde aus Itzehoe. Er lag im Gebüsch vor der Verwaltung und simulierte einen gefährlichen Streifschuss am Hals und eine offene Halsschlagader.
Gegen 10 Uhr waren am Sonnabend rund 50 simulierte Anrufe bei der Einsatzleitstelle der Polizei in Kiel eingegangen. "Damit sollte die Belastungsfähigkeit der Beamten an den Funktischen getestet werden", sagte Polizeisprecher Matthias Arends. Die Anrufe waren der Startschuss für den Einsatz von zusammen rund 100 Polizeibeamten und Rettungskräften.

"Ein Massenanfall von Verletzten"


Nach knapp zehn Minuten waren die ersten Polizisten der Zentralstation Plön vor Ort. Mit schusssicheren Westen und ballistischen Schutzschilden pirschten sie sich an das Verwaltungsgebäude heran und wurden gleich mit Schüssen aus einem Fenster im dritten Stock gefährlich "empfangen". Ihnen stand ein Einsatz in der verwinkelten und damit sehr unübersichtlichen Kreisverwaltung bevor. Kurz nach dem Eindringen ins Gebäude dann auch gleich der erste "Tote" auf der Seite der Polizei. Dem Einsatzleiter war von einem Täter in den Rücken geschossen worden - für den Beamten das Übungsende. Neben den Polizeibeamten aus Plön waren Beamte aller Polizeistationen im Kreis Plön sowie die des 4. Polizeireviers in Kiel und Polizeibeamte aus Eutin am Einsatzgeschehen beteiligt.
Nach 30 Minuten Einsatz und Schusswechsel mit Farb-Munition, damit man die Treffer am Körper sieht, und Übungs-Pfefferspray gingen die Rettungskräfte in der Kreisverwaltung an die Arbeit. Ihr Übungsszenario: "ein Massenanfall von Verletzten". Zuvor hatten sich die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) des Arbeiter-Samariter-Bundes Plön und andere Rettungskräfte in Bereitstellungsräumen postiert. Der Übungsleiter des Rettungsdienstes, Bodo Voges, erklärte: "Bei den Verletzungen handelt es sich um Knochenbrüche aber auch Schuss- und Splitterverletzungen."
Manfred Machholz, Leiter des Rettungsdienstes Kreis Plön, war zufrieden: "Der Erstangriff der Rettungskräfte war gut. Sie haben den nötigen Sicherheitsabstand zur Kreisverwaltung gehalten." Doch es gab auch Schwachstellen, sagte Machholz. Zu deren Aufdecken sei schließlich auch eine Übung da: "Das sieht von draußen alles so anders und einfach aus." Ein Fazit der Übung wollten weder Machholz noch Polizeisprecher Matthias Arends ziehen. Fest stehe jedoch: Im nächsten Jahr findet wieder eine Großübung statt.
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