Schutz vor dem Virus : Ebola: Kliniken in SH sind auf den Ernstfall vorbereitet

Krankenhäuser müssen ihr Personal für den Ebola-Ernstfall schulen.
Krankenhäuser müssen ihr Personal für den Ebola-Ernstfall schulen.

Landesweit gab es bereits zwei Verdachtsfälle, beide wurden negativ getestet. Aber was passiert, wenn in SH ein Ebola-Fall gemeldet wird?

shz.de von
18. Oktober 2014, 09:10 Uhr

Kiel/Berlin | Im Norden wächst die Sorge vor dem tödlichen Ebola-Virus: Per Rundschreiben wurden die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und auf den Ernstfall vorbereitet. Zwar sind bislang keine konkreten Ebola-Verdachtsfälle in der Landesmeldestelle in Kiel registriert worden, Fieber-Patienten müssen Ärzte trotzdem besonders genau untersuchen.

Im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster konnte in zwei Fällen Anfang September und am vergangenen Wochenende schnell Entwarnung gegeben werden. „Bei den  Rückkehrern aus Nigeria beziehungsweise Westafrika konnte eine Ebola-Infektion nach erfolgter Diagnostik ausgeschlossen werden“, sagte Maren von Dollen, Pressesprecherin des Krankenhauses dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Für Verdachtsfälle gebe es eine interne Anweisung nach aktuellen Vorgaben des Robert-Koch-Institutes in Absprache mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), erklärte von Dollen.

In begründeten Verdachtsfällen werden Patienten aus Schleswig-Holstein zur Behandlung ins UKE gebracht. Den Transport übernimmt die Berufsfeuerwehr Hamburg. „Schleswig-Holstein hat deutlich bessere strukturelle Voraussetzungen für den Infektionsschutz als die armen Länder Westafrikas“, sagt Prof. Dr. Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für  Infektionsmedizin in Kiel. Die Kooperation der norddeutschen Bundesländer mit dem UKE bezeichnet er als vorbildlich.

Das Gesundheitsministerium verweist auf den Seuchenalarmplan des Landes und besondere Quarantänebestimmungen für Ebola-Erkrankungen. „Die Lage insgesamt wird permanent vom Robert-Koch-Institut beobachtet und regelmäßig mit den Ländern kommuniziert“, so Dr. Anne Marcic, Referentin für Infektionsschutz.

Eine Anweisung des Kreises Nordfriesland an Rettungswachen warnt vor allem vor der A7 und der B5 als mögliche Gefahrenstellen. Schleuser und Flüchtlinge aber auch Reisende aus den betroffenen Regionen in Afrika könnten den Virus ins Land bringen.

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