Nach tödlichem Unfall : Diskussion über Autos am Strand von Rømø

Inselpolizist Jens Møller Jensen patroulliert täglich auf dem Strand.  Foto: Archiv Rahbek
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Inselpolizist Jens Møller Jensen patroulliert täglich auf dem Strand. Foto: Archiv Rahbek

Nach einem tödlichen Unfall auf dem Strand von Rømø steht die Fahrerlaubnis auf dem Strandsand der dänischen Insel in der Kritik.

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18. Juli 2013, 10:56 Uhr

Rømø | Nach einem tödlichen Autounfall am Strand von Rømø wird über eine Begrenzung des Autoverkehrs auf den befahrbaren Sandflächen der Insel nachgedacht. Bei dem Unfall, der unter Alkoholeinfluss geschah, kam ein junger Mann ums Leben.
Die Polizei hat nichts gegen eine Begrenzung des Autoverkehrs auf dem Strand von Rømø, wie sie nach dem tödlichen Unfall mitteilte. Diese Entscheidung liegt jedoch nicht in ihrer alleinigen Hand, sondern es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der Wald- und Naturbehörde und der Kommune Tondern.

Unfallfahrer in U-Haft

"Wir ergreifen die Initiative für ein zusätzliches Treffen mit der Behörde und der Kommune Tondern, um zu hören, ob sie meinen, dass es Möglichkeiten für eine weitere Regulierung des Verkehrs auf dem Strand gibt. Wir als Polizei haben natürlich nichts gegen eine Einschränkung des Verkehrs", so Polizeiinspektor Lars Bræmhøj von Syd- og Sønderjyllands Politi.
Der auf Rømø stationierte Inselpolizist fährt täglich auf der ganzen Insel Streife, einschließlich auf dem zwei bis drei Kilometer breiten und etwa zehn Kilometer langen Strand. Dies gilt auch abends und an den Wochenenden. Im Zusammenhang mit dem Unfall am Donnerstagmorgen vergangener Woche - der 20-jährige Unfallfahrer aus Esbjerg sitzt wegen fahrlässiger Tötung in U-Haft - richtete sich das Interesse auch darauf, wie die Polizei den Verkehr auf dem Strand auffasst und dirigiert.

Wendemanöver führte zum Überschlag

Die Polizei hätte insbesondere zu Pfingsten und im Sommer, wenn sich viele Menschen im Bereich Lakolk - und in einigen Wochen besonders viele junge Leute aufhalten - den Fokus auf eine Präsenz vor Ort gerichtet. Dann würde besonders in den abendlichen und nächtlichen Stunden patroulliert, wenn junge Leute feiern. Die Polizei verrät nicht, wieviele Beamten wann und wo im Einsatz sind. Dies würde es zu leicht machen, die vielen Alkohol- und Drogenkontrollen zu umgehen, von denen viele jetzt schon durchgeführt werden. In den Zeiten, in denen sich erfahrungsmäß viele Jugendliche auf der Insel aufhalten, seien verstärkt und intensiv Polizeistreifen im Einsatz.
So sei auch aus der Berichterstattung der Medien hervorgegangen, dass die Polizei in der Nacht vor dem Unfall Kontakt zu der Gruppe Jugendlicher gehabt hatte und diese versprochen hätten, dass nur der junge Mann fahren würde, der nicht betrunken sei. Dann soll jedoch dieser nüchterne junge Mann aus Kopenhagen am Strand der Forderung des späteren Unfallfahrers nachgekommen sei, ihm den Autoschlüssel auszuhändigen. Das Fahrzeug gehörte der Mutter des betrunkenen Unfallfahrers, der auch unter Drogen stand. Als er bei hoher Geschwindigkeit die Handbremse für ein Wendemanöver zog, überschlug sich das Fahrzeug und sein 21-jähriger Freund wurde aus dem Auto geschleudert. Der 20-jährige Fahrer gestand, dass er daraufhin das Auto vom Unfallort entfernt hatte. Meldungen, dass die Autoschlüssel auf dem Schwerverletzten gelegt worden sein sollen, weist die Polizei zurück.
Es gibt Berichte, dass sich zum Unfallzeitpunkt fünf Personen im Fahrzeug aufgehalten haben. Dies ist laut dem Tonderner Dienststellenleiter Svend E. Paulsen nicht der Fall. "Es sind fünf Leute im Auto, als sie zum Strand fahren. Als sie dort eintreffen, steigt aber einer aus", so Paulsen. Er will sich wegen der Ermittlungen nicht weiter äußern.

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